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Weitere vier Jahre Haft für «Satansmörder»

Erfurt (AP) Der als «Satansmörder» bekannt gewordene Neonazi Hendrik Möbus ist wegen Volksverhetzung, Gewaltverherrlichung und der Verunglimpfung Toter in 25 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Seinen mitangeklagten 31-jährigen Bruder Ronald belegte das Landgericht Erfurt am Donnerstag mit einer auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe von zwei Jahren.

Der heute 27-jährige Hendrik Möbus hatte mit zwei Mitschülern 1993 im thüringischen Sondershausen den 15-jährigen Sandro Beyer ermordet. Die Tat hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Täter wurden wegen ihrer Begeisterung für Horrorfilme, okkulte Rituale und aggressive Black-Metal-Musik als «Kinder des Satans» bezeichnet.

Möbus war zu einer Jugendstrafe von acht Jahren Gefängnis verurteilt worden, kam 1998 wegen «günstiger Sozialprognose» auf Bewährung frei, zeigte aber bereits vier Wochen später bei einer rechtsextremistischen Veranstaltung öffentlich Nazisymbole. 1999 setzte er sich über Skandinavien in die USA abgesetzt und suchte dort Unterschlupf in der rechten Szene. Zwei Jahre später lieferten ihn die USA an Deutschland aus.

Zuvor hatte er sich mehrfach in Interviews des Mordes gebrüstet und sein Opfer als «unwertes Leben» und «kleinen dreckigen Christen» beschimpft. Damit wurde er in der rechten Szene zu einer Kultfigur.

Sein umfassendes Geständnis im jetzigen Verfahren habe diesen Kultstatus wohl ausgelöscht, erklärte der Vorsitzende Richter Frieder Liebhart am Donnerstag in der Urteilsbegründung. Die Geständnisse hätten außerdem Zeit raubende Beweisaufnahmen, darunter auch die Anhörung ausländischer Zeugen unnötig gemacht. In dem Hafturteil gegen Hendrik Möbus sind auch zwei einschlägige Vorstrafen enthalten.

Als strafmildernd bewertete das Gericht, dass beide Brüder ein umfassendes Geständnis ablegten und sich von ihren Taten distanzierten, die alle mindestens vier Jahre zurückliegen. Mit dem Urteil folgte das Landgericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist rechtskräftig, da alle Betroffenen auf Rechtsmittel verzichteten.

Zusammen mit seinem Bruder Ronald hatte er in Erfurt einen Versandhandel betrieben, in dem unter anderem Tonträger und T-Shirts mit Nazisymbolen und SS-Sprüchen sowie Zeitschriften und anderes rechtsradikales Propagandamaterial angeboten wurden, die zu Gewaltanwendung und Judenhass aufriefen. Das Gericht befand Hendrik Möbus unter anderem der Leugnung des «Holocaust» schuldig.

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