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1349 - Beyond the Apocalypse

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Artist 1349
Title Beyond the Apocalypse
Homepage 1349
Label CANDLELIGHT RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.9/10 (8 Bewertungen)

Wenn eine Band 1349 heißt, dann ist man bei dem Verfassen einer Rezension etwas weniger an das Gebot der Aktualität gebunden als sonst. Es ist natürlich klar, dass „Beyond the Apocalypse“ bereits ein Weilchen in den Läden steht und die Berichterstattung in den einschlägigen Medien setzte sogar um einiges früher an, weil man ausgewählten Journalisten bereits vor der Veröffentlichung einen kurzen Blick in den Aufnahmeprozess gewährte. Doch hat die Verspätung immerhin den Vorteil, dass man sich dem Werk nun, unter Ausschluss der Vorfreude und der Aufregung, welche es umgaben, etwas abgeklärter und klarer nähern kann als noch vor zwei Monaten.

Denn, das kann man guten Gewissens sagen, 1349 sind eine Sensation. In kleinem Rahmen natürlich, denn bis jetzt sahen wir noch keinen DSDS-Teilnehmer mit „Liberation“-Shirt und auch im WOM-Magazin fand die Truppe vorerst keine Beachtung. Doch wer das Internet als Pulsmesser des Untergrundes betrachtet, wird mehr als nur ein wenig Unterstützung für die These finden, dass es sich hier um die neuen Anführer einer rasch wachsenden Bewegung handelt: Wer als WebZine zu dem letzten Opus der Norweger nichts zu melden hatte, ekelte sich entweder vor so viel roher Gewalt oder hatte sein Herz der Volksmusik und dem Musikantenstadl verschrieben und die großen Print-Titel, welche zunächst mit Verachtung und Häme reagiert hatten, zogen mit Spezialberichten und Studioreports nach – wir warten immer noch sehnsüchtig auf den ersten Frost-Starschnitt. Ob „Beyond the Apocalypse“ das heraufbeschworene Versprechen eines Meisterwerks einlöst, ist nun genauso sehr eine Sache des Blickpunkts wie die Frage, ob „Liberation“ überhaupt zu derartigen Hoffnungen berechtigte. Richtig ist schon einmal ganz zu Anfang, dass man sich den Erwartungen von Fans und Medien, sowohl was die stilistische Ausrichtung der Truppe, als auch die Vorreiterrolle innerhalb des Genres angeht, wohltuend drastisch entzogen hat. Die Drei-Euro-Fünfzig Klangästhetik des Vorgängers wurde gegen eine wütende, brachiale Produktion eingetauscht, die von Uneingeweihten bereits als schäbig und roh bezeichnet wurde, in Wahrheit aber genau weiß was sie will: Eine komplette Gleichberechtigung aller Musiker. Selbstverständlich scheint das tonnenschwer über dem Geschehen thronende Schlagzeug die übrigen Instrumente einem brutalen Diktat zu unterwerfen, doch sind die blitzenden Gitarren, der aggressive Bass und die Vocals jederzeit eindeutig identifizierbar. Der Ankündigung, den eigenen Thrash-Einflüssen eine bedeutendere Gewichtung einzuräumen, wurde Folge geleistet und gerade in den ersten Stücken meint man sogar, aus einigen Riffs die zugrundeliegende Essenz, den Rock n Roll, herauszuhören. Es ist in dieser ersten Viertelstunde, dass man den Hype versteht, diesen Adrenalinstoß spürt, der einen nur ganz selten durchfährt und einem zeigt, dass man es hier mit etwas Besonderem zu tun hat. Diese Mischung aus drückender Gewalt und euphorischer Hymnik bekommt derzeit jedenfalls kaum jemand besser hin. Später kommen verstärkt klassische Black Metal-Motive zum Tragen, werden die Strukturen überschaubarer und gewöhnlicher, ohne dabei an Geschwindigkeit und Intensität einzubüßen. Man mag das vielleicht nicht mehr ganz so aufregend finden – Langweilen wird sich hier niemand.

Im abschließenden „The Blade“ taucht dann unversehens eine Orgel auf und gleitet man reibungslos in ein Stück düsteren Dooms und grabeskalten Gothics ab. Da wird er am deutlichsten spürbar, dieser Mut zur Weiterentwicklung, dieses Bekenntnis zum Nicht-Stillstehen und zur Erneuerung bei gleichzeitigem Traditionsbewusstsein. Auch wenn man ihr nachsagt, die alten Geister heraufzubeschwören: In dieser Band steckt noch viel Leben.

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