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1997 - Notes From Underground

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Artist 1997
Title Notes From Underground
Homepage 1997
Label VICTORY RECORDS
Leserbewertung
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3.3/10 (4 Bewertungen)

Ein musikalisches Spektrum so groß wie die Sahara-Wüste – Nach der „Notes From Underground“ allerdings nicht klingt, wird der Hörer doch eher von einer Flutwelle an Einflüssen und Stilarten mitgerissen. Und wie oft ist das schiefgegangen? Eigentlich doch fast immer, oder? Einen begrüßenswerten Nebeneffekt stellt dabei die Aufweichung verschiedener Genregrenzen dar, so dass es wohl heutzutage keinem Wunder mehr gleichkommt, wenn 1997 aus Chicago ihr drittes Album auf Victory Records veröffentlichen. Gerade in der Hardcore-Szene war es jahrelang nicht gerade Usus, sich äußeren Einflüssen zu öffnen, aber selbst vor fast dreißig Jahren gab es Ausnahmen: Victory Records veröffentlichten 1980 die „Omega Session“ der BAD BRAINS. Mittlerweile ist das Label zumindest soweit im Mainstream angekommen, dass es so einige Neider auf den Plan ruft und Labelchef Tony Brummel sich einige Male vor Gericht wiederfand. Immer wieder herzerfrischend, wenn gerade in der ach so unkommerziellen Punk- und Hardcore-Bewegung die Leute immer wieder dem schnöden Mammon hinterher klagen.
 
1997 sind weder Punk noch Hardcore, lassen sich aber erfrischenderweise kaum einfangen. Obwohl „Sympathy For The Living“ im THURSDAYschen Sinne Emo ist, also gesungen und geschrien wird. Aber, und das ist mit einem Songtitel wie „Wolf + Sheep“ bereits angedeutet, geht es meist darum, zusammenzuführen, was landläufig eher nicht zusammen gehört. Aber zumeist dominiert der Harmoniegesang zwischen Männlein und Weiblein. Trotz alledem ist es meine „Pflicht“, den Kram ein wenig einzuordnen, per Namedropping vielleicht: „Pagan Melodies“ spielt in derselben Liga wie Alaskas Famous Export PORTUGAL. THE MAN, grundsätzlich (als Basis sozusagen) BRIGHT EYES, BELLE & SEBASTIAN mit der getriebenen Aufgeregtheit von LOS COMPESINOS! Wirklich mit allem drum und dran: Bläser, Streicher, Mundharmonika, es ist einfach immer was los. Musikalisch passiert hier in 45 Minuten mehr als in 40 Jahren ROLLING STONES-Historie. „Notes From Underground“ ist wie ein Solo von JIMI HENDRIX: Man hat keine Ahnung, wie er das macht und wird es auch nie herausfinden, aber es funktioniert. Vier Jahre Bandgeschichte, etliche Umbesetzungen und drei Alben – anscheinend haben sie es eilig und rütteln bereits jetzt an Conor Oberst’s Thron. Gut so!
 
Kleine spontane Umfrage: 1997 soll das Jahr einiger wegweisenden Alben gewesen sein, mir fallen nur keine ein. Ich bitte um Aufklärung!

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