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24/7 DIVA HEAVEN - Stress

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Artist 24/7 DIVA HEAVEN
Title Stress
Homepage 24/7 DIVA HEAVEN
Label NOISOLUTION
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In Berlin sind die drei Damen von 24/7 DIVA HEAVEN zuhause, die jetzt mit „Stress“ ihre Debüt-Langrille in die Plattenläden bringen. Auf dem Zettel hat das Trio einen lärmenden Mix aus Punk, Noise und Grunge – samt und sonders gut abgehangene Zutaten, die jedoch zeitgemäß und mit viel Drive präsentiert werden.

Nun muss man wohl auch leider festhalten, dass sich seit den stilgebenden Neunzigern lange noch nicht alles zum Guten gewendet hat. So sind Themen wie Feminismus, Ungleichheit, Homophobie, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und ökologische Probleme mindestens ebenso präsent, dazu kommt noch dieses unselige Virus, das die Welt in Atem hält und Katharina Ott-Alavi (Gesang & Gitarre), Karo Paschedag (Bass) und Mary Westphal (Schlagzeug) zum beeindruckenden Schwarz-Weiß-Video zum scheppernden Opener „Potface“ inspirierte. Einen deutlichen Kontrast dazu bildet „Bitter Lollipop“: hier sind die bewegten Bilder knallbunt und auch der treibende Sound strahlt trotz aller widrigen Umstände mehr Optimismus aus. Wütend schließt sich „Shamebath“ an, während das bassbetonte „Everything Sucks“ geradezu tiefenentspannt daherkommt. Dafür stehen mit „Head On Collision“ erneut heavy Riffs auf dem Programm, ehe „Everyman“ als fuzzy Ballade grüßt und „JT“ sich mit hypnotischen Melodien ins Hirn frisst. Derweil nimmt das noisige „Death To“ wieder Tempo auf und dank des blitzschnellen „Topped With Cheese“ finden wir uns mitten im Nineties-Riot-Grrrl-Punk wieder. Mit „White Swamp“ gibt’s noch mal was auf die Zwölf, bevor das „Outro“ Erinnerungen an die Zeiten aufleben lässt, in denen der Aufbau einer Internetverbindung mit allerlei Fiepen und Piepsen verbunden war.

Womit wir wieder in den späten Neunzigern wären, in denen die Online-Minuten noch so teuer waren, dass man sich nur kurz einwählte, um möglichst schnell Mails abzufragen oder eine kurze Recherche vorzunehmen. Aus dieser Zeit zitieren 24/7 DIVA HEAVEN mit „Stress“ auf abwechslungsreiche Art und Weise und ohne einfach zu kopieren. Die Mädels machen ihr eigenes Ding und vermitteln diesen Anspruch auch durch die Berliner GRRRL-NOISY-Bewegung, die sie mit ins Leben gerufen haben. Die Musikerinnen haben zweifellos ein klares politisches Statement, das ihnen auch außerhalb von Aufnahmestudio und Konzertbühne am Herzen liegt.

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