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3 DAYZ WHIZKEY - Black Water

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Artist 3 DAYZ WHIZKEY
Title Black Water
Label TIMEZONE
Leserbewertung
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6.7/10 (6 Bewertungen)

Also eines vorab: 3 DAYZ WHISKEY haben mir eigentlich gar nichts gesagt. Ich las den Namen, der mich an selige Southern Rock-Zeiten erinnerte, stöberte etwas im Netz und dachte mir, dass dieses Album doch ganz interessant sein könnte. Es gab schon einige Lobeshymnen zu lesen. Also her mit dem Feuerwasser, welches in Regensburg destilliert wurde.

Das hochprozentige Gebräu namens „Black Water“ steigt mit der Singleauskopplung „The Gambler“ relativ sanft ein. Kein Brennen im Hals aber dennoch ein angenehmer „Geschmack“. Melodisch und rund spielen die Regensburger ihr Gemisch aus Blues und Rock. Und mitten beim Song macht’s Klick – das Stück lief sogar schon bei einschlägigen Radiosendern. Der nächste Schluck hört auf den Namen „All night long“ und brennt schon etwas mehr als der Opener. Vor allem die dezente Orgel im Hammond-Sound fällt dem Connaisseur auf. Hinzu kommt im Abgang ein kurzes aber ansprechendes Solo. Das Destillat schmeckt. Ich gieße nach: „Bad Luck Women“. Allerdings brennt es dieses Mal nicht so sehr. Irgendwie fließt das Glas den Hals hinab ohne aufzufallen. Und so geschieht das auch bei der nächsten Nummer. Wird das Gebräu langsam etwas fad? Aber beim nächsten Glas, es trägt den Namen „Now That You’re Gone“, verspüre ich wieder dieses Prickeln auf der Zunge. Ein herrlicher Riff zu Beginn des Stücks. Doch irgendwie fühle ich mich an Schmuseballaden von AEROSMITH erinnert. Parallelen zu „Angel“ oder „Amazing“ sind definitiv da, wenn das Stück auch nicht mit diesen Glamrocknummern mithalten kann. Und ganz ehrlich, so langsam verliere ich etwas die Lust an diesem Gesöff. „The King“ jedoch erweckt wieder mein Interesse. Ein interessanter Text mit wirklich fetten Riffs. So geht das! Das rollt über die Zunge, brennt sich seine Spur bis in den Bauch und macht Lust auf mehr. Filmriss, ich komme! Der „Black Rider“ rockt sich dann seinen Weg durch die Furchen des vorherigen Stücks, simpler zwar, aber effektiv. Das gleiche gilt für „Make my day“. Diese Stücke sind ein klassisches Gebräu aus typisch schnörkellosem Rock. Und nach einigen weiteren Gläsern dieses mal mehr, mal weniger scharfen Gesöffs spürt man etwas, dass man doch schon einmal kannte. Die Jungs haben „Rattlesnake Brake“ lässig in ihr „Black Water“ eingemischt. Und das passt wunderbar. Auch interessant ist „Mick Jagger“. Hier erfährt man, wer alles verantwortlich ist, dass wir heute dieses Gebräu genießen dürfen. Effektiv gerockt.

Aber, und das ist der eigentliche Kritikpunkt, vieles klingt vieles sehr radiokompatibel (selbst die Produktion wirkt dementsprechend komprimiert und lässt etwas Dynamik vermissen). Überhaupt habe ich persönlich beim Genuss von „Black Water“ an vielen Stellen das Gefühl, dass die Jungs nicht zu hart sein wollten und ihren Sud aus Blues und Rock etwas verdünnt haben. Fasst das bitte nicht negativ auf! Handwerklich ist es definitiv toll gemacht. Aber im Gegensatz zu anderen gereiften hochprozentigen Rostlösern braucht man von „Black Water“ keinen Leberschaden zu befürchten. Denn dafür ist es bei weitem nicht stark genug. Es ist mehr so der gewisse Drink, den man den ganzen Abend vor sich hinschlürft, noch auf zwei Beinen nach Hause kommt und am nächsten Tag ohne Filmriss und Kater erwacht.

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