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5FT HIGH AND RISING - Follower

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Artist 5FT HIGH AND RISING
Title Follower
Label NOIZGATE
Leserbewertung
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7.5/10 (11 Bewertungen)

Vor gut vier Jahren schlug im beschaulichen Alfeld die Geburtsstunde von 5FT HIGH AND RISING. Die 2009 gegründeten Niedersachsen haben es bis dato auf genau eine EP gebracht, ihre Tour-Historie beschränkt sich bislang auf Deutschland und einige wenige Nachbarländer. Und abgesehen von genannten Argumenten gibt es keinen wirklich triftigen Grund, um die Leistung, die das Quintett auf dem kurz vor der Veröffentlichung stehenden Langspieldebüt „Follower“ abliefert, nicht in einem Zug mit den bekannten Ami-Outfits ihrer Gattung zu nennen.

Während andere Bands an Besetzungswechseln schon kläglich gescheitert sind, scheint dieser im vorliegenden Fall für regelrechten Aufwind gesorgt zu haben. Nach der Trennung von Shouter Martin wurde der nun ehemalige Gitarrist Nils Besler mit dem vakanten Posten betraut, und mit dem am 6-Saiter nachgerückten Tim Höhne konnte das Konzept pünktlich zum 2012 stattgefundenen Songwriting grundlegend überdacht werden, um den nicht gerade sparsam frequentierten Trampelpfad in Richtung elektronischer Post-Hardcore mit geflicktem Schuhwerk heil passieren zu können. Will heißen, die zu Anfangstagen noch vordergründig und großräumig genutzten computergenerierten Sounds sind songdienlichen Arrangements gewichen, die sich nun wesentlich subtiler durch das dargebotene Spektrum ziehen. In nicht unnötig verkompliziertes, eingängiges Songwriting gepackt, schwingt das Pendel zwischen grooviger Metalcore-Knüppelei mit gelegentlichen Breakdown-Eskapaden und rockigen Versatzstücken, hin zu einem Aggregatszustand, der sich in Anbetracht der von Drummer Felix Mansius kredenzten cleanen Vocals am ehesten mit WE CAME AS ROMANS und vergleichbaren Konsorten messen lässt. In letztgenanntem Bestandteil liegt ohnehin einer der großen Pluspunkte der Scheibe: von poppigen Hooks, wie beim einleitenden „Insight and sacrifice“, bis zu hymnisch anmutenden Zwischenspielen („Between the lights“) überzeugt seine wirklich tiefgehende und weitaus mehr als zweckmäßige stimmliche Leistung, die beizeiten dazu neigt, die für meinen Geschmack mit etwas wenig Druck gesegneten Shouts in den Hintergrund treten zu lassen. Ein minimaler Wermutstropfen, der auf dem Gesamtkonzept über die Spielzeit des bei 13 Tracks doch recht kurz geratenen Langspielers hinweg keine großen Narben hinterlässt, und in der zweiten Hälfte vor allem mit „Underhanded“, zu dem bereits ein anschaulich produziertes Video vorliegt, potenziellen Hitcharakter beschert.

Neben der Band selbst zeigt sich letztendlich auch Produzent Florian Nowak, der schon bei der EP Hand anlegte, deutlich gewachsen, präsentiert sich „Follower“ doch auch auf der Sound-Ebene als äußerst konkurrenzfähiges Ergebnis. Das Stichwort Konkurrenz lässt sich damit natürlich nicht aus der Welt schaffen, denn die ist derzeit auch national deutlich auf dem Vormarsch. Nichtsdestotrotz, 5FT HIGH AND RISING sind mit ihrem Rundum-Sorglos-Paket im Post-Hardcore-Jungle mehr als gut gerüstet und landen schon mit dem ersten Album einen beachtlichen Treffer. Sehr empfehlenswert!

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