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69 CHAMBERS - War On The Inside

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Artist 69 CHAMBERS
Title War On The Inside
Homepage 69 CHAMBERS
Label SILVERWOLF PRODUCTIONS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Es ist wieder so weit: Die Schweizer treten an, dem Rest der Welt zu beweisen, dass unter der alpinen Sonne höchstens die Schwyzer Schoki oder das lang gehütete Bankgeheimnis aufweicht, ansonsten bei den Eidgenossen jedoch knallhart gerockt wird. Ins Rennen gehen diesmal 69 CHAMBERS, ein Trio aus Zürich, das aus Fronterin und Gitarristin Nina Treml sowie Bassistin Maddy Madarasz und Drummer Michi Brugger besteht und sich einen druckvollen Rock-Metal-Mix auf die Fahnen geschrieben hat.

Nina gründete vor acht Jahren die 69 CHAMBERS und sorgte auch für die 13 Songs des Debütalbums „War On The Inside“, das nunmehr nach zahlreichen Live-Gigs und einer ersten EP erscheint. Wie nicht anders zu erwarten, bestimmt ihre Stimme auch ganz wesentlich den Sound der Band. Neben den metallischen Gitarrenriffs wirken die Vocals eher poporientiert, was zu einem gewollten Genre-Bruch führt und die Songs deutlich eingängiger macht. Vielleicht auch ein bisschen zu gefällig, denn irgendwie wollen die Lieder bei mir nicht so recht hängen bleiben, was auch daran liegen könnte, dass ich ähnliches Zeugs schon des Öfteren gehört habe und mir ganz einfach der letzte Kick fehlt. Der Opener „The Day of The Locust“ stimmt mit brettharten Hooks noch ganz optimistisch und auch „Bloodaxe“ gibt sich alle Mühe, brachial und dennoch harmonisch rüber zu kommen, nur will der Funke nicht wirklich überspringen. Bei „Thinking About You“ denke ich spontan an die GUANO APES & EXILIA, was zweifellos am verbindenden weiblichen Gesang liegen dürfte, wobei Fräulein Treml als Einflüsse SOUNDGARDEN, SLAYER und TORI AMOS nennt. Nun gut, warum nicht? Wenn dadurch der Gesang etwas weniger bombastisch ausgefallen wäre – ok. Stattdessen macht die Dame, die sich verkaufsfördernd auf dem Cover ihres Silberlings räkelt, auf ganz dicke Hose, wobei man ihr zugute halten muss, dass ihr Organ das durchaus hergibt. Fehlen dürfen natürlich in der Sammlung auch nicht die emotionalen Schmusenummern wie „Ex Nihilo“ und das akustische „A Ruse“. Natürlich ebenfalls mit allem Zipp und Zapp angerichtet, bevor mit Tracks wie „Return of The Repressed“ und „Final Memento“ wieder versucht wird, alles gnadenlos in Schutt und Asche zu rocken.. Dazwischen gibt es mit „Judas Goat“auch mal düsteren Doom Metal, der zweifellos zu den positiven Überraschungen der Langrille zählt. Nachdenklich schließen sich „The Collapse of Time And Spaces“ und „Wind Feeds Fire“ an, dann erhöhen 69 CHAMBERS mit „Dead Letter Office“ das Tempo wieder, wenngleich mir immer noch nicht ganz klar ist, wohin die Reise eigentlich gehen soll.

Allein durch ihre optischen Reize wird die zierliche Frontfrau vermutlich eine erkleckliche Fangemeinde um sich scharen können und wahrscheinlich können 69 CHAMBERS mit ihrem Pop-Metal ebenfalls Überzeugungsarbeit leisten. Für meinen Geschmack ist der Erstling „War On The Inside“ eine Spur zu schwülstig und die musikalische Ausrichtung zu unentschlossen ausgefallen.

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