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A CHALLENGE OF HONOUR - No way out

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Artist A CHALLENGE OF HONOUR
Title No way out
Homepage A CHALLENGE OF HONOUR
Label VRIHASPATI RECORDINGS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.3/10 (3 Bewertungen)

Eine kleine Auszeit haben sich die Holländer A CHALLENGE OF HONOUR nach ihrem „Seven Samurai“ Opus genommen, um sich (und damit ist auch Neuzugang Maurice Lahoije gemeint) neu zu definieren. Ob man kreativ betrachtet wirklich „kein(en) Ausweg“ mehr gesehen hat oder die in der Zwischenzeit zusätzlich angeeigneten Instrumentenkenntnisse bei Peter Savelkoul maßgeblich dazu geführt haben, dass man das musikalische Engagement nunmehr in eine ganz andere Richtung dirigiert hat, kann an dieser Stelle bloß spekuliert werden. Anerkennenswert ist es aber allemal, wenn man sich nicht nur auf alte Gewohnheiten und bekannte Wege verlässt.

So arbeitet das Projekt anno 2009 nicht mehr nur weitestgehend elektronisch, sondern wesentlich songorientierter und oftmals unter Einsatz der klassischen Instrumentierung, also mit Gitarre, Bass und Schlagzeug. Das ohne Gesang auskommende Eröffnungs- und zugleich Titelstück weiß sich davon zunächst aber noch abzusetzen und geht stattdessen auf Tuchfühlung mit melancholischem Klavierspiel, zu dem noch einige Streicher und Bläser unterstützend eingreifen, die gemeinsam auf gelungene Weise eine wohlige Atmosphäre kreieren. Erst danach wird das Kommando von verhältnismäßig seichten Avantgarde-Pop-Kompositionen übernommen, die in ihren Ausprägungen anfangs mal folkiger („Slavery called democracy“), mal aber auch etwas rockiger und zugleich Neoklassik Tendenzen aufweisend („Walls of Jericho“) gefasst sind. Die bisherige heroische Ader wird nahezu komplett verschmäht, dafür gemahnen die insgesamt eher schlicht arrangierten und verträumt wirkenden Songs ein wenig an die Wave- und Synthiebewegung der 80er Jahre. Hier hätten einige rebellischere Nuancen sicher nicht geschadet.

Der Mittelteil führt das Duo dann zuerst („Nakba“) über staubige und verlassene Straßen irgendwo in Mexiko. Die passende Vorstellung hierzu wäre wohl ein altes Cabrio, auf dessen Rücksitz sich auch noch BAIN WOLFKIND samt Gitarre befindet. Anschließend („Thinking about Ernesto“) beschreitet man leicht experimentelle Pfade, auf denen man im Geiste kurzzeitig DAEMONIA vorbeiziehen sieht, bevor „We will reach that certain point“ mit einem Ausflug ans Piano schon fast Loungemusik verbreitet. Genau darin steckt dann jedoch zugleich ein kleines Manko des Albums, es wird stilistisch (zu) vieles ausprobiert, mehr Stringenz hätte die Effektivität vermutlich erhöht. So aber wird „No way out“ übermäßig großer Ruhm und Ehre wohl nicht zuteil werden, es fehlt insbesondere an ein, zwei Stücken, die sich entscheidend abheben und mehr Pep in die manchmal etwas spröde Melange bringen, auch wenn „City of decay“, welches als Bonustrack deklariert ist, zum Abschluss noch einmal folkige und neoklassische Elemente gut miteinander verknüpft.

Dennoch: wer nicht nur auf der Suche nach Spektakel ist und es gern auch etwas chilliger mag, wird sich trotz des fehlenden Ausweges damit ganz ordentlich zurechtfinden. Ein Album zur dezenten Hintergrundbeschallung und mit Blick voraus: darauf nämlich, dass ACOH den von ihnen neu eingeschlagenen Weg zukünftig noch konsequenter verfolgen und ausbauen (auch im Gesangsbereich) werden bzw. können, denn das nötige Potenzial ist vorhanden. Ohnehin ist nun wieder Schluss mit dem Einsiedlerdasein, da weitere neue Veröffentlichungen über Old Europa Cafe und Vrihaspati Recordings bereits angekündigt sind.

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