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A DAY’S WORK - Drowning in what I believe

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Artist A DAY’S WORK
Title Drowning in what I believe
Homepage A DAY’S WORK
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Das Musikgeschäft gleicht manchmal einem riesigen, unüberschaubaren Meer. Kalt das Wasser, verräterisch die Strömung, die einen nach unten zieht, fern das rettende Ufer. Bei allen Strapazen ist es zudem manchmal gar nicht mehr so einfach sich daran zu erinnern, wo man die Reise antrat und warum man hier überhaupt unterwegs ist. Man muss schon über eine gehörige Kondition und starke Ellenbogen verfügen, um nicht unversehens in dem zu ertrinken, woran man doch anfangs so sehr glaubte. Und es wird bei weitem mehr als nur einen harten Tag Arbeit benötigen, um das Ziel zu erreichen.

Einen bedeutenden Vorsprung haben A DAY’S WORK immerhin schon mal vor der Konkurrenz: Sie kommen aus Holland und haben somit das Schwimmen noch vor dem Laufen erlernt. Die Szene dort kommt einem gelegentlich wie eine Miniaturausgabe der deutschen vor: Kleinere Städte, kleinere Säle und damit einhergehend intimere Gefühle und weniger Stadiongroßkotzigkeit – wir qualifizieren die Schablonenrocker von KANE mal als unangenehme und die überraschend frisch aufspielenden SPANNER mal als willkommene Ausnahme der Regel. Dabei sind die auf dieser EP versammelten Tracks keineswegs kammermusikalisch angelegt, greifen durchaus nach den Sternen. Doch muss man dabei niemals mit dem Feuerzeug hantieren, es sei denn, man möchte sich damit eine Selbstgedrehte anzünden. Emorock nennt die Band das selbst und wenn es denn eine Schublade sein soll, warum nicht diese, auch wenn von den ins Feld geführten Referenzen höchstens MY VITRIOL in Ordnung gehen. Statt von der manischen, manchmal ins Militante abgleitenden Besessenheit FILTERs oder den tränentreibenden Pianoelegien von COLDPLAY zeigt sich die Band nämlich vielmehr von der seelischen Entblößung des Grunge durchdrungen, weshalb der Refrain des ersten Songs und Radiofutters „Here I am“ nach „Swallowed“ klingt (nur besser) und das eigentliche Paradestück mit einer unnachahmlichen Gesangslinie a la Eddie Vedder aufwartet, ohne dabei ins Epigonale abzugleiten. Dabei klingen die Vocals der beiden Sänger Paul Glandorf und Michiel Rietveld ganz und gar nicht nach Seattle, sondern warten mit einer unaufdringlichen Heiserkeit auf, die weder schockieren möchte, noch um Affirmation buhlt.

Vorbildlich auch die Ausstattung der CD mit Videos, Photos, Bonus Tracks und (!) den kompletten Gitarrentabs zu den Stücken. Besser kann sich eine junge Band ohne Plattenvertrag im Rücken kaum präsentieren und genauer gesagt übersteigt dieser Service sogar den namhafter Kollegen um einiges. Die Wellen, die von diesem Werk ausgehen, wird man jedenfalls nicht lange mehr brechen können und ich hoffe mal, die Jungs haben ihre Badehosen schon angezogen, ehe die Dämme brechen.

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