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A DOG CALLED EGO - Happy Happy Apocalypse

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Artist A DOG CALLED EGO
Title Happy Happy Apocalypse
Homepage A DOG CALLED EGO
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.5/10 (12 Bewertungen)

Wie schon bei dem eindrucksvollen Debüt „Living Seriously Damages Health“ machen die Hamburger Eigenbrötler von A DOG CALLED EGO ihrem Namen auch beim hier vorliegenden Zweitwerk erneut alle Ehre. Denn auch „Happy Happy Apocalypse“ erscheint wieder komplett in Eigenregie ohne die Unterstützung irgendeiner Plattenfirma.

Und auch musikalisch ist ihnen erneut eine gesunde Portion Egoismus zu bescheinigen, denn was einem da auf dem angenehm warm und lebendig produzierten Album entgegen schallt, kann man mit Fug und Recht als in höchstem Maße eigenständig bezeichnen. Frei nach Oscar Wilde („Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Von allem einfach nur das Beste.“) ziehen sich die Hanseaten aus allen möglichen und unmöglichen Bereichen der modernen Rockmusik die Sahnestückchen vom (Platten)teller und verzieren sie mit einer gehörigen Prise nordischer Bodenständigkeit . Im Gegensatz zu vielen anderen Klangküchengehilfen, die alles duch den Mixer jagen und eine zähflüssige Cremé erzeugen, schichten A DOG CALLED EGO die Tortenstückchen auf-, unter- und nebeneinander zu völlig neuen und bis dato unerhörten Songstrukturen auf und flambieren das Ganze. Dabei legen sie, in Anbetracht der Tatsache, dass es sich hierbei um das erst zweite Album der Hamburger handelt, eine beeindruckende Professionalität an den Tag. Stürzte man auf dem Erstling noch mitunter jäh von einem Extrem ins andere, geht man heuer sehr viel homogener zu Werke. Auch die schroffe Sperrigkeit von „Living…“ hatte seinen Reiz, aber der neue Dreher bietet rundere Songs, weichere Übergänge und eine insgesamt saftigere Leichtigkeit. Das heißt natürlich keineswegs, dass die Musik nun leichter zu kategorisieren wäre. Die Entrücktheit des Post Rock paart sich mit der Süßlichkeit des modernen (britischen) Indie Rock. Progressiv-jazzige Rhythmuswechsel gipfeln in lethargischen Schrammel-Riffs im Low-Fi-Alternative-Stil á la SHARON STONED. Zu jedem Zeitpunkt bleibt die Musik dabei hochmelodisch und voller Energie. Der Song an sich steht im Mittelpunkt des Interesses und es wird stets alles nur Erdenkliche für ihn und ausschließlich für ihn getan. In Bezug auf Letzteres sind sie damit auf erstaunliche Weise näher an den BEATLES als viele Andere. Vergleichen lassen sich A DOG CALLED EGO eigentlich mit niemandem so richtig, außer vielleicht mit den Texanern FAIR TO MIDLAND, die einen ähnlichen Ansatz verfolgen, auch wenn sie völlig anders klingen.

Fazit: ein äußerst kurzweiliges Album voller Überraschungen, in das jeder, der keinen gesteigerten Wert auf Genregrenzen legt, mal hinein hören sollte.
File under: Post Crossover.

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