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A DOG CALLED EGO - Living seriously damages health

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Artist A DOG CALLED EGO
Title Living seriously damages health
Homepage A DOG CALLED EGO
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.6/10 (12 Bewertungen)

Bärenstark präsentieren sich die jungen Deutschen von A DOG CALLED EGO auf ihrem ersten Album mit dem äußerst zutreffenden Titel „Living seriously damages health“. Schon beim ersten Anspielen der Platte merkt man deutlich, dass es sich hier nicht um irgendeinen Undergroundtipp handelt, dessen musikalische Ausrichtung noch nicht vollends geklärt ist und welcher sich zunächst auf das Nachahmen bewährter Vorbilder beschränken muss, sondern vielmehr muss man eine junge Truppe sehr ambitionierter Musiker erkennen, dies es sich offensichtlich in den Kopf gesetzt hat, einen sehr individuellen Stil zu entwickeln. Nach eigenen Aussagen soll darin aber nicht nur die unendliche Vielfalt musikalischer Möglichkeiten und damit verbundener Facettenreichtum geboten werden, eher ist man auf das Vermitteln der eigenen Weltanschauung und der damit verbundenen Kritik an der modernen Gesellschaft bedacht.

Stilistisch sind die 8 Songs auf „Lsdh“ (Eine Wahrheit, die gesagt werden musste!) sehr breit gefächert, so erkennt man im Großteil der Songs deutliche Jazz- und Popelemente, welche sich in einer sehr harmonischen Art und Weise mit dem oftmals sehr rockigen Sound der Gitarren vermischen, andererseits kann man auch einen deutlichen Hardcore- bzw. Metaleinschlag nicht verleugnen, welcher sich vor allem in den rhythmisch-komplexen Distortionparts und der Gestaltung der Drums widerspiegelt. Das mag sich jetzt alles furchtbar komplex und diffus anhören, ist es aber in Wahrheit kein bisschen: Genauso wie andere „Eigenbrödlerbands“ – zu nennen wären hier vor allem der DILLINGER ESCAPE PLAN oder die Ambientalprogrocker von ISIS, welche wohl stellenweise auch als Inspirationsquelle gedient haben dürften – schaffen es die vier jungen Herrschaften beinahe perfekt, die verschiedenen eigentlich antithetischen Stilelelemente zu einem vielgesichtigen Kunstwerk zu verschmelzen, welches sich genauso in ruhigen, fast andächtigen Cleanpassagen als auch in harten Frickelparts zuhause fühlt. Bestes Beispiel hierfür ist der vierte Song, betitelt mit dem wunderschönen Namen „First class meals taste better“: Nachdem in den Anfangsminuten des Stücks nur von hektischem „Jazzcore“-Stück die Rede sein kann, schlägt diese Stimmung stellenweise in eine sanfte Träumerei um – ja dazu könnte man in der Tat träumen (aber nicht einschlafen!). Meine Favorites wären weiterhin das positiv-anmutende Stück „Building up ruins“ oder das schon vom Titel her zu beachtende „It`s all about a world that stopped listening“. Auch zu gefallen wissen das zunächst lieblich beginnende „Take my hand“ (Geduld ist gefragt!) oder das finale „Home sick home“. Und um dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen – auch gesanglich bieten alle dieser Songs eine wunderbare Vielschichtigkeit: Wer zunächst von der sanften Stimme der Clean- und Rockpassages ins Träumen gebracht wurde, der wird oftmals abrupt durch die brachialen Screams und Shouts in die Wahrheit zurückgerissen.

Aber um es kurz zu machen: Diese Band hat jeglichen Support redlich verdient und der Kauf ihres ersten Longplayers sollte für jeden Fan progressiver Musik zur eigenen Pflicht werden, wenn er diesen neuen Stern nicht an sich vorbeifliegen lassen möchte. Erhältlich ist die CD aufgrund mangelnder Vertriebsmöglichkeiten am besten auf der Homepage der Band direkt.

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