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A-HA - 25 (2-CD)

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Artist A-HA
Title 25 (2-CD)
Homepage A-HA
Label WARNER MUSIC
Leserbewertung
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7.3/10 (4 Bewertungen)

Wenn man es 25 Jahre lang gut miteinander ausgehalten hat, dann ist das doch ein Anlass mal gemeinsam eine Torte anzustechen. Nicht so bei den Jungs von A-HA, die zum silbernen Bandjubiläum beschlossen haben, in Zukunft getrennte Wege zu gehen. Ein Zückerchen gibt es trotzdem in Form einer vollgepackten Doppel-CD. Zwischen ihrem ersten großen Hit „Take on me“ und dem aktuellsten und vielleicht letzten Output “Butterfly, butterfly (the last hurrah)“ geben insgesamt 39 Titel, sauber sortiert und abgegrenzt in die Jahre vor 1990 (CD 1) und danach (CD 2), Zeugnis über eine norwegische Erfolgs-Story. Insgesamt sind alle 32 veröffentlichten Singles vertreten, wenn man hier also nicht von einem „Best of“ – Album sprechen kann, wann dann?

1985 schafften Morten Harket, Pål Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen bekanntermaßen erst im dritten Anlauf mit „Take on me“ den Durchbruch, nicht zuletzt dank eines Videos, das auch heute noch als Meilenstein gilt. Damals hatte ich nur einmal wöchentlich die Chance, Videos in der ARD-Musiksendung „Formel Eins“ zu sehen, die Dauerberieselung durch reine Musikkanäle wie VIVA oder MTV kam erst Jahre später. Außerdem endete die Sendung erst gegen 22 Uhr, was regelmäßig zu Diskussionen mit meinen Eltern führte. Ein eigenes Radio indes hatte ich auf meinem Zimmer, 1Live hieß noch WDR1 und die Hörerhitparade „Schlagerrallye“ hat mir dann die zweite Single „The sun always shines“ bis heute vermiest, war der Titel dort doch 75 (!) Wochen lang platziert. Was bei diesem Song schon an Pathos vorhanden war, wurde bei „Hunting high and low“ dann mit einer Riesenportion Melancholie verbunden, fertig war ein Tränendrücker par excellence. Alle 3 Titel fanden sich auf gleichnamigen Debütalbum wieder, dessen restliche Titel auch alle Single-Qualitäten besaßen und das als Klassiker unter den Popalben in die Geschichte eingegangen ist. In den nächsten Jahren entwickelte ich einen eher abseitigen Musikgeschmack, trotzdem kam man an A-HA nicht vorbei, z.B. als sie 1987 mit „The living daylight“ den Titelsong für James Bonds „Der Hauch des Todes“ präsentierten. Da mein Vater großer EVERLY BROTHERS Fan war, konnte ich Anfang der 90er auch gleich „Crying in the rain“ mitsingen. Danach wurde es sehr still um die Band und aufhorchen ließ mich erst wieder 10 Jahre später „Minor earth, major sky“. Die Skandinavier waren mit mir älter geworden. Und dass mich mit mittlerweile 40 auch ein gutes Popalbum in Verzückung bringen kann, habe ich dann letztes Jahr mit „Foot of the mountain“ gemerkt. Die Jungs haben in all den Jahren nicht verlernt, wie man einen erhabenen oder catchigen Song strickt.

Wer also vielleicht nie so zu den ganz großen A-HA–Fans gehörte, die Musik aber dennoch mochte, dem sei „25“ ans Herz gelegt. Für den eingefleischten Fan dürfte indes nur interessant sein, dass einige Songs in Versionen und Remixen zu hören sind, die so noch auf keinem anderen Album veröffentlicht wurden. Von den restlichen 7 Titeln, die nicht als Single erschienen sind, stammen 5 aus der erfolgreicheren Zeit vor 1990. Nach einem Vierteljahrhundert hinterlassen A-HA ein großartiges musikalisches Vermächtnis: Eine Doppel-CD, die man gut das nächste Vierteljahrhundert im Auto zur Hand haben möchte, um sie dann als Relikt seiner Jugend seinen Kindern zu vererben.

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