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A.LOSTFIELD - Internal Affairs

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Artist A.LOSTFIELD
Title Internal Affairs
Homepage A.LOSTFIELD
Label EIGENPRODUKTION
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.8/10 (4 Bewertungen)

Was passiert, wenn sich ein Kolumbianer zwei seiner Landsmänner schnappt und ihnen sagt „Hey Jungs, ihr spielt jetzt mal schön Metal“? Genau, dann kann dabei so etwas heraus kommen wie das Debüt „Internal Affairs“ von A.LOSTFIELD. Namensgeber Ash Lostfield, seines Zeichens Musiker, Komponist und Produzent hat sich dafür nämlich einfach mal Daniel Góngora und den OPENSIGHT-Frontmann Iván Amaya geschnappt, sieben Kompositionen geschrieben und die beiden Jungs das ganze dann mit Gitarre, Keyboard, Drumcomputer, Bass und Gesang zusammendudeln lassen. Mr. Lostfield selber gibt dabei lediglich den Komponist ab – und nicht zuletzt seinen werten Namen. Wer weiß, ob er sich auch dazu entschlossen hätte, hätte er vorher gewusst, was aus dem Experiment werden würde…

„Internal Affairs“ wirkt nämlich nicht mehr und nicht weniger wie eine provisorisch vorbereitete Jamsession dreier zugegebenermaßen talentierter, wenngleich auch nicht unbedingt herausragender Musiker. Stile und Einflüsse zu vermischen, war die Absicht des Trios, was im ersten Moment genau so löblich wie im nächsten schon wieder langweilig ist. Denn bereits beim Opener „Dreaming about stars“ wird klar, dass beim Mischen wieder mal lediglich die üblichen „wir kombinieren Rock und Metal“-Zutaten verwendet wurden. Auf seichtem Doublebass-Groove setzt man vorsichtig die Rockgitarre – doch das alles in einer sehr behäbigen, selten zwingenden Art und Weise. Sehr Alternativ wirkt das gesamte Liedgut – und dann klatscht man noch auf besagtem Opener mal eben einen ähnlichen Verzerrungseffekt wie einst MEGADETH bei „99 Ways to die“. Ist das Jagen der Riffs durch den Computer ab und an noch eine nette Spielerei und für ein paar ansatzweise interessante Parts zu gebrauchen, ist das Bearbeiten der Stimmen von Daniel Góngora und Iván Amaya wiederum bitter nötig, was spätestens bei den folgenden Tracks „Forgotten Story“ und „I still pretend“ deutlich wird. Ist Herr Amaya bei OPENSIGHT und der dort vorherrschenden härteren Gangart stimmlich noch etwas besser aufgehoben, kämpft er genau wie sein Kollege bei den doch recht behäbigen Kompositionen von Ash Lostfield eher auf verlorenem Posten. Stimmwunder sind die beiden nun wirklich nicht, aber ihre Landsfrau SHAKIRA ist ja auch wahrlich kein Gesangstalent. Was jedoch deren Hüftschwung ist, dass ist den Beiden dann eher das Hantieren an den Saiteninstrumenten – wobei ich mich persönlich bei einem Entscheidungszwang sogar noch für den Hüftschwung entscheiden würde. „War ja klar“ denken nun die Frauen, „war klar“ denken aber auch Freunde von gepflegtem Songwriting. Denn auch wenn beim vielleicht noch besten, weil druckvollstem Stück „Marks from the past“ ein schönes, klares Metal-Solo aufflackert, weiß man oft gar nicht, wo sich die Herren nun gerade hinriffen. Prägnantestes Beispiel ist da wohl der Schlusspart von „I still pretend“, bei dem man die zwischenzeitlich endlich mal pumpenden Gitarren noch weiter hochpusht und mit einem sehr coolen elektronischen Effekt unterlegtem fast zu ein Highlight puscht, bis man dann – ja bis man dann in völlig hakeligen Klangbrei mit grauenvollen Keyboardgetute verfällt. Jungs, so was muss doch nicht sein. Wie es besser geht, zeigt da noch mit „Internal“ das solide Instrumental.

A.LOSTFIELD ist ein Experiment, welches scheinbar gar kein klares Ziel hat. Das Liedgut auf „Internal Affairs“ aus der Feder vom Namensvater Ash lassen einen roten Faden sowie jeglichen Drive vermissen. Alles dümpelt so vor sich hin, keinerlei Biss ist zu erkennen. Da kann man den beiden ausführenden Musikern Góngora und Amaya gar nicht mal böse sein; das Duo holt durch vereinzelte Sonnenstrahlen zumindest noch etwas Brauchbares aus dem ansonsten trüben Klanghimmel. Dazu kommt eine lasche Produktion mit gelegentlichen Schwankungen in der Lautstärke. Ansätze von rockigen, metallischen und progressiven Elementen sind hier zusammengeflossen – doch nichts, was einen wirklich neugierig machen würde. Dabei hat man mit seinen kolumbianischen Wurzeln ja quasi schon exotische Ideengeber vor der Haustür. Beim nächsten Mal vielleicht einfach mehr zeitnehmen beim Songwriting – oder wahlweise eine Wackelbild von SHAKIRA aufs Cover packen. Von der bin ich zwar nun überhaupt kein Fan, schaden kann es aber nicht.

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