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A PLUMBER'S NIGHTMARE - Bloodwinger

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Artist A PLUMBER'S NIGHTMARE
Title Bloodwinger
Homepage A PLUMBER'S NIGHTMARE
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.8/10 (20 Bewertungen)

Konfuzius… äh… Wikipedia sagt: „Ein Albtraum (…) ist ein Traum, der von Emotionen wie Angst und Panik beim Träumenden begleitet wird. Der Traum kann dabei bedrohliche, aber durchaus auch banale Situationen enthalten.“ Was wäre wohl also ein Alptraum für einen Klempner? Ein Wasserrohrbruch im 22. Stock? Eine verbogene Pfalzzange? Für den guten Röhrich ist es womöglich Werner, für Super Mario wohl die Hochzeit von Peach mit Erzfeind Bowser. Wäre ICH allerdings Klempner, würde ich träumend in Angst und Panik verfallen, wenn mir jemand die neue Scheibe von A PLUMBER’S NIGHTMARE rauben würde. Denn was die Bünder Kombo da mit „Bloodwinger“ auf die Welt loslässt, bereitet mir doch reichlich schlaflose Nächte – im durchweg positiven Sinn!

Bereits der Opener „War of hearts“ bläst mir direkt den Schlaf aus den Augen: ein bestialischer Schrei erweckt donnernde Drums und treibendes Riffing, die einen mitten im Krieg der zwei Herzen absetzen. Eines davon schlägt klar für den Deathcore, das andere pumpt in der stolzgeschwellten Thrashmetal-Brust. Erbarmungslos schenkt man sich dabei nichts auf dem Schlachtfeld, doch artet das ganze in keiner Kneipenschlägerei aus – eher wird man Zeuge wahrer Kampfkunst. Hier kloppt sich nicht Bud Spencer mit dem Great Khali, hier tritt Bruce Lee gegen Tony Jaa an! Untermalt wird das ganze mit den starken Shouts des Duos Stefan (Ex-GUTTURAL DISFIGUREMENT) und Manuel (THE ART OF LOSING, Ex-DOWN TO CRY), die sich gemeinsam vor SUICIDE SILENCE-Röhre Mitch Lucker nicht zu verstecken bräuchten. Hinzu kommen kräftiges, fixes Drumming und tolle Riffs, die dann noch in einem hervorragenden Solo münden. Als wenn das so vorgetragen noch nicht genug wäre, gibt sich FOR ALL THIS BLOODSHED-Scream-Queen Rage noch die Ehre, um das Eröffnungsstück zum ersten absoluten Highlight zu schmieden. Die drei Stimmen ergänzen sich wunderbar und gleichzeitig beweist Rage, dass sie bereits jetzt in ihren jungen Jahren mit ihrer Stimme einen hohen Wiedererkennungswert besitzt, der selbst eine ohnehin schon bombige Komposition noch weiter aufwerten kann. Das dachten sich wohl auch die Jungs von APN und erweitern die Kooperation mit ihr noch um einen Part beim Titeltrack „Bloodwinger“. Das Stück beginnt mit markantem Riffing und setzt die begonnenen Schlacht unentwegt fort: während sich die Shouts in eher in den todesmetallischen Gefilden fetzen, lassen Schlagzeug und Saitenfraktion unter anderem die Thrashkeule kreisen. Ein durchaus böses Klangwerk, in dem dann auch noch mit starken Pig Squeals noch den letzten Gutgläubigen die Hoffnung nimmt: hier werden keine Gefangenen gemacht! Direkt seine Beute erledigen, und sie als überzeugter Fan wieder auferstehen zu lassen – das ist der Plan des Sextetts, dem man bei „Puking in a bucket of sensibility“ auch weiter folgt. Ein sehr straighte Nummer mit schneller Double Bass und einem mega-groovigen Refrain, der den Krieg der Herzen in exzessive Moshpits verlagern dürfte. Word! Bei „Earthquake“ übernimmt dann der Thrash die Oberhand, sein Ziel: möglichst viele Nacken durch den heftigen Anreiz zur Rotierung zur Resignation zu treiben. Mit dem Riff und der souveränen Drumarbeiten dürfte ihm das ohne Frage gelingen. Der Bass wummert, der Breakdown sitzt und als Finisher dann noch ein Solo, bei dem sich Alexi Laiho sicher direkt ärgert, es nicht selber geschrieben zu haben. Ein reißender Knaller, der der ohnehin schon recht hohen Abwechslung des 7-Track-Silberlings noch weiter zuträglich ist. So ist es auch das abschließende „Cockroaches & Crayons“, das zum Ende hin noch einmal richtig losrockt und das Talent für eingängige Melodien und feinen Drive herausstellt.

Fast 25 Minuten lang „bekriegen“ sich auf „Bloodwinger“ Thrashmetal und Deathcore – ein Kampf, mit lediglich einem möglichen Ergebnis: nur gemeinsam ist man stark! Eine Erkenntnis mit einer Botschaft, so wie auch A PLUMBERS NIGHTMARE mit ihren Texten etwas sagen wollen. Es lohnt sich, genau hinzuhören und sich mit der Materie zu beschäftigen. Ebenfalls ist natürlich das Liedgut ein enormer Grund, hinzuhören. Mit ihrem Thrashcore hebt sich die OWL-Crew nämlich angenehm frisch von der Deathcore-Welle ab, möbelt aber das Thrash-Genre ebenso wieder etwas auf. Das Resultat sind sieben starke Kompositionen, bei denen man durch Songwriting und technisches Vermögen ebenso glänzt wie in Sachen Produktion. Hier hat Mastermind Niels Löffler wieder einmal seine Klasse bewiesen und seinen Stempel aufgedrückt. Alles in allem also ein wirklich ungemein starkes Werk, das A PLUMBER’S NIGHTMARE die Tür ganz weit aufstoßen lässt und jedem nur ans Herz gelegt werden kann. Bestellt euch das Teil bei den Jungs vor, Albträume bekommt ihr nur ohne!

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