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A POETIC YESTERDAY - A Little South Of Zero

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Artist A POETIC YESTERDAY
Title A Little South Of Zero
Homepage A POETIC YESTERDAY
Label RISING RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Eigentlich selbsterklärend: Wo ein Bandname wie A POETIC YESTERDAY drauf steht, da steckt auch Emo drin. Und tatsächlich findet man auf dem Debütalbum „A Little South Of Zero“ der Briten elf Kompositionen aus diesem Genre, das noch mehr Bands zu Tage fördert, als allein das für diesen Output verantwortliche und scheinbar unermüdliche Label RISING RECORDS – und das soll in der Tat schon was heißen.

Obwohl diese Scheibe eigentlich ein Fall für „Kennst du eine, kennst du alle“ ist, gibt es dennoch ein paar Worte, die darüber geschrieben werden sollten. Denn trotz der immer mehr (vor allem unter uns Rezensenten) auftreten Übersättigung ist es doch umso wichtiger, Gelungenes von Ungelungenem zu unterscheiden, so dass nur die, die es auch verdient haben, im Sieb der Aufmerksamkeit hängen bleiben. „A Little South Of Zero“ rutscht jedenfalls nicht direkt durch jenes Sieb, sondern klammert sich mit einigen netten Ansätzen an den Rändern und so auch im Ohr fest. Da wäre z.B. der Zweistimmige Gesang – natürlich einmal in der Shout- und einmal in der Clean-Variante. Ist das Shouting von Gitarrist Matt Youl durchaus ordentlich kraftvoll, absolut genretypisch und somit ganz gut im Sound der Band aufgehoben, hebt sich der klare Gesang von Vokalist Gavon Stewart etwas von der Masse ab. Statt weinerlichem Genöle erklingt sein Organ ziemlich „reibig“ und erinnert dadurch an Ex-FLAW und nun FIVE.BOLT.MAIN-Röhre Chris Volz und zudem an REM-Mastermind Michael Stripe. Gefällt mir persönlich ganz gut. Zur Geltung kommt dies vor allem im Zusammenspiel mit Matt in Songs wie dem steil gehendem Opener „Firefightersfightfire“, bei dem auch die metallischen Gitarrenleads und das nie zu aufdringliche Drumming stellvertretend für die gesamten gut 38 Minuten gelobt werden dürfen. Ansonsten zeigt sich das Quintett musikalisch talentiert, bietet aber halt „nur“ das genretypische Pflichtprogramm. Am Titel des Openers kann man schon erkennen, dass man namenstechnisch ein wenig kreativ und/ oder witzig wirken möchte, was auf das Liedgut nicht immer zutrifft. So ist „Countdown vs. Catchphrase = Jeremy Kyle“ nur bedingt so unterhaltend wie der US-Radio- und TV-Moderator, „Tony Jaa will kick your ass“ längst nicht so spektakulär wie die Kampfkünste des thailändischen Martial-Arts-Stars (dessen Filme „Ong Bak“ und „Revenge Of The Warrior“ ich an dieser Stelle Freunden des Kampfsports nur empfehlen kann!) oder „The Gloves Are Off, Is That A Wedding Ring?“ wenig vergleichbar bindend wie der Bund der Ehe. Wiederum ziemlich passend trifft es dann “My Hairstyle Defines Me”, denn das stimmt im Falle von A POETIC YESTERDAY durchaus, zumal man mit “Emo” heutzutage ja leider fast mehr die körperliche Aufmachung im Sinne von Kleidung, Kopf- und Körperschmuck versteht, als den Begriff der Musik.

Diesem (oder vielmehr der modernen Interpretation davon) kommen die fünf Briten dann ebenfalls recht nah; so nah, dass man schon von „leider“ sprechen muss. Zu ähnlich, zu typisch klingt die erste musikalische Visitenkarte, so dass man hier Dinge wie kreatives Songwriting nicht wirklich erwähnen braucht. Stattdessen lobe ich hier lieber „Serenade For Spiders“ (mit seinem kraftvollen, sehr gelungenen Ende), das ruhige, gefühlvolle „I Can Sea The Seller“ und eben das energische „Firefightersfightfire“, die neben den anständigen übrigen Kompositionen allen, die sich ebenfalls über die Frisur zu dieser Musik bekennen, besonders ans emotional-geplagte Herz gelegt sein dürfen. Die Produktion ist ordentlich gelungen, lediglich bei „The Gloves Are Off, Is That A Wedding Ring?“ sind die mit Hall unterlegten Shouts zu leise geraten; Ansonsten sind keine großen Mankos auszumachen. Ein absolut ins Genre-Bild passendes Album mit entsprechenden Texten, das innerhalb des Rahmens trotzdem recht abwechslungsreich und angenehm zu hören ist. Mitreißen in eine gefühlvoll-traurige Welt wollen A POETIC YESTERDAY – und sie schaffen es auch.

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