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ACRETONGUE - Ghost Nocturne

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Artist ACRETONGUE
Title Ghost Nocturne
Homepage ACRETONGUE
Label DEPENDENT
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

ACRETONGUE melden sich nach ihrem Debüt „Strange Cargo“ aus dem Jahre 2011 nun mit ihrem Zweitwerk „Ghost Nocturne“ (auf dependent) zurück in der dunklen Welt. Hier handelt es sich um das musikalische Projekt des südafrikanischen Grafikers, Musikers und Künstlers Nico J. Seine Arbeiten sind dem dunklen Publikum bereits u.a. durch die Gestaltung der Alben von SEABOUND bekannt geworden. Der aus Johannesburg stammende Musiker ist im Brotberuf Animationsdesigner für Software und Filme, was man seinen künstlerischen Ideen auch ansehen kann. Das Album erscheint neben dem Download auch als Digi mit 16-seitigem, durchdesignten Booklet und als vollumfänglich gestaltetes 7“-Artbook mit 36 Seiten voller Grafiken zusammen mit einer 7-Track-E.P. zum Stück „Nightrunner“, welches mit Remixen daherkommt (unter anderem von DANIEL MYER, ROTERSAND und ENCEPHALON – diese lagen leider zur Bemusterung nicht vor).

Südafrika steht ja im Allgemeinen eher für „schwarze Musik“ im Sinne der afrikanischen Musiktradition. Das von dort auch dunkel-schwarze Musik in Form dieses zauberhaften Electroalbums kommt, ist als Verdienst um die gotische Sache und den Fortbestand der schwarzen Subkultur kaum zu unterschlagen. Musikalisch handelt es sich bei den neun Tracks auf „Ghost Nocturne“ um geisterhafte, nachtumwobene, tiefschichtige und durchdesignte Klangkunst in der Tradition des europäischen Electro. Da ist kein Klang zu viel oder zu wenig, kein Track zu viel oder überflüssig, alles passt ineinander, fügt sich zusammen und bildet einen eigenartigen, wunderschönen hypnotischen Flow beim Durchhören. Durchhören ist auch das passende Stichwort, denn der Audio-Genuss von ACRETONGUE funktioniert nicht sofort, die Musik ist eher etwas spröde bei der ersten Begegnung. Sie ist aber ähnlich vielseitig und vielschichtig wie die eingangs erwähnten SEABOUND, neue Sachen von COVENANT und vor allem auch MIND.IN.A.BOX. Beim mehrmaligen intensiven Genuss und Abtragen der einzelnen Soundschichten merkt der geneigte Electrohörer erst, wie tief der Klang ist, welche Kraft und Wucht er entfalten kann. Manchmal wähnt man sich in dem Soundtrack eines düsteren SciFi-Films oder eines entsprechenden Hörspiels. Verträumt und angefüllt mit Schatten.

Die surreale und hypnotische Stimmung kann auch von den nächtlichen Aktivitäten herrühren, denn Mastermind Nico merkte an, dass vieles in seinen kreativen Schaffensprozessen des Nachts von Statten geht. Somit haben die neun Tracks den Schlafmangel, die Nachtgedanken, die Introspektive und die Dunkelheit der Nacht vereint und in sich aufgesogen. Nicht das Schlechteste, was man über Electro sagen bzw. schreiben kann.

Anspieltipps: Das tiefschwarze „Nightrunner“, das eingängigere „Requiem“, das verträumte „Abacus“, das catchy „Contra“ und natürlich die nachtschwarzumwehten „Nocturne“.

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