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AD:KEY - Thema Nummer Eins

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Artist AD:KEY
Title Thema Nummer Eins
Homepage AD:KEY
Label ELECTRIC TREMOR
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Es gibt für alle Fans „alten“ deutschen EBMs einen neuen Lichtblick am Himmel, denn endlich veröffentlichen AD:KEY ihr Album „Thema Nummer Eins“ bei Electric Tremor, die sich ja sozusagen aller verheißungsvollen Acts in diesem Genre annehmen, die in der heutigen Musiklandschaft ansonsten kaum Möglichkeiten besäßen, einen Fuß auf den Boden zu kriegen.

Somit kommt jetzt die aus meiner Sicht beste „Nachwuchsband“ zum Schuss, denn das Ehepaar Nowotny (ja… Frau und Mann) ist die Basis für eine harmonische Symbiose, um die Kunst des kalten, schnellen EBMs zu perfektionieren. Wer mit den deutschen Gruppen Anfang der 90er vertraut ist, kann sich den Stil sicher gut vorstellen, unsere Helden waren solche Projekte wie PLASTIC NOISE EXPERIENCE, ARMAGEDDON DILDOS, PARANOID, BIGOD 20 und sogar noch AND ONE, aber die Zeiten haben sich bekanntlich geändert. Heute gibt es viele Bands nicht mehr oder sind zur Bedeutungslosigkeit verkommen (außer AND ONE), jedoch gibt es eine kleine Gemeinschaft, die sich tapfer gegen den Verfall sträubt, damit nicht in Vergessenheit gerät, was uns damals wie heute an dieser Musik gefiel.

Kommen wir endlich zum Thema, AD:KEY machen sehr guten mittelalten EBM, der verdammt stark an die ARMAGEDDON DILDOS oder auch alte AND ONE erinnert, die Klänge kommen einen von der ersten Sekunde an vertraut vor und stehen für eine intelligente EBM-Variante, die nicht nur aus sinnlosen, schnellen Beats besteht, sondern wo den Songs auch ein Gesicht verpasst wurde, um sich dazu ekstatisch auszupowern. Agro ist der Hauptsänger, wobei Andrea oftmals die Tracks gesanglich unterstützt und dem Ganzen zusätzlichen Charme verpasst. Viele Stücke wären prägnant genug, um in der Disko gespielt zu werden (wenn es das Publikum anspricht), aber solche Titel wie „Hoch die Hämmer“ oder „Tanzflächenhooligan“ zaubern bei den richtigen Leuten sicher ein Lächeln auf die Backen.

Somit kann ich AD:KEY nur loben und jedem raten (falls er auf die Stilrichtung steht), bei Electric Tremor die CD zu bestellen. Nun hoffe ich nur noch, dass das Duo sich ordentlich weiter entwickelt wie eben AND ONE, denn deren erstes Album war zwar auch gut, man steigerte sich aber mit den kommenden Veröffentlichungen kontinuierlich und ist heute ganz oben angelangt.
Neo

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EBM ist ein konservatives Genre, EBM ist hart, laut, schnell, tanzbar und monoton. EBM ist das elektronische Pendant zum Oi-Rock, immer etwas prollig und direkt aber durchaus charmant. Die Dessauer Electric Tremor Organisation ist zweifellos eine der authentischsten Plattenschmieden in diesem Bereich und als quasi Familien-Institution leicht kultig angehaucht. Wer hier bestellt, weiß, was er auf den Plattenteller bekommt. So auch bei AD:KEY, ein (Neben-)Projekt von RECTOR SCANNER, wo bekanntermaßen der Ex-ARMAGEDDON DILDOS Keyboarder Rene Nowotny sein Unwesen treibt. Zusammen mit einer genretypisch lecker aussehenden Dame namens Andrea hat er ein 16 Track starkes Debüt zusammen gezimmert, das über weite Strecken gefallen kann.

Clevererweise wurzelt die typische AD:KEY-Komposition zwar tief im klassischen EBM, macht aber auch vor modernen Einflüssen nicht halt. Langeweile kommt so nur in den seltensten Momenten auf. Wir hätten eine (gar nicht mal so übermäßig) harte männliche Stimme, die oft von den weiblichen Vocals ergänzt wird. Wir hätten die typische Lyrik: Hohelieder auf schöne Körper, auf Sex, Gewalt und Gute Laune. Also alles, was den Flat in höchster Glückseligkeit rotieren lässt. Das aber immer mit ein wenig Augenzwinkern vorgetragen („Elitär“) und mit hoher musikalischer Kompetenz. Natürlich dominieren die repetitiven Sequenzer, die quasi den Takt für die schweren Boots vorgeben, wenn der ganze Frust der Woche weggetanzt werden soll. Ein Track wie „Tanzflächenhooligan“ taugt als Hymne wie Zustandsbeschreibung. „Sex ist Macht“ reduziert das Mann-Frau-Verhältnis auf die animalischen Urinstinkte. Neben den klassischen Reminiszenzen an DAF und Co. wird insbesondere bei „Körper um Körper“ ein AND ONE-Feeling deutlich, ohne allerdings in zu große Poppigkeit abzudriften. Der „Frostengel“ drosselt das Tempo dann deutlich, andernorts wird schon mal ein wenig „gesungen“, die Balance bleibt immer gewahrt. Zum guten Schluss gibt es noch 3 Remixe, einer davon von den Plauenern FINAL SELECTION, der etwas moderner/ verspielter wirkt.

Nach einem sehr guten Beginn (die ersten 5 Titel) lässt die Aufmerksamkeit des Hörers ein wenig nach, um schließlich wieder anzuziehen, was in der Gesamtheit ein überaus ordentliches EBM-Werk ergibt, das sich der Neuzeit nicht völlig verschließt. Dass hier professionelle und erfahrene Elektroniker am Start sind, erkennt man ohnehin an den Arrangements. Könnte bei entsprechender Promotion relativ groß werden!
TK

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