| Artist | ADAM LYTLE |
| Title | Altars |
| Homepage | ADAM LYTLE |
| Label | EIGENPRODUKTION |
| Leserbewertung |
Das Album „Altars“ hat der Singer-Songwriter ADAM LYTLE in eigener Regie aufgenommen. Er erzählt in elf Songs Geschichten, in denen Schönheit und Schmerz nahtlos verschmelzen, in denen Traum und Realität verschwimmen. Das tut der New Yorker nicht allein, sondern mit seiner siebenköpfigen Band. Stichwort Band: der eine oder andere kennt Mr. Lytle möglicherweise auch als Mitglied von QUICKSILVER DAYDREAM oder WILD LEAVES. „Altars“ ist die zweite Langrille, die der Mann aus Brooklyn unter eigenem Namen veröffentlicht und empfiehlt sich denjenigen, die auf manchmal etwas düsteren Indie-Rock mit Singer-Songwriter-Einflüssen stehen.
In diesem Sinne startet der Opener „Savage Thunder“ mit zartem Fingerpicking, dem alsbald flirrende Desert-Rock-Elemente hinzugefügt werden. Das nachfolgende „Lead On Desire“ kommt knackiger daher, während die leichtfüßige Single „Sister Wave“ temperamentvoll und melodieverliebt übernimmt. Das hymnische „Midnight Shakes The Memory“ findet sich stattdessen in düsteren Gefilden wieder, wo sich auch das bluesgeschwängerte „That Was Me“ äußerst wohl fühlt. In der Folge präsentiert sich „Sanctuary“ deutlich reduzierter, gleichzeitig jedoch auch sehr nachdrücklich. „Heaven“ wird von einem straighten Grundthema getragen und entwickelt über sechseinhalb Minuten eine ungeheure Kraft und Dynamik. Im Anschluss sorgen beim hypnotischen „Black Masses“ ein Beat und ein pochender Bass für eine bedrohliche Stimmung, während Adam mit dem atmosphärisch-schönen „Nothing Lies Beyond“ seinen Sinn für Romantik beweist. Gefühlvoll schließen sich auch „Hollow Eyes“ und die akustische Gitarrenballade „Sea of Tears“ an, mit der die Platte schließlich filigran endet.
Mich erinnert „Altars“ hier und da an die Musik von GIANT SAND, zudem finden sich in den Texten von ADAM LYTLE allerhand religiöse Motive, was wohl damit verbunden sein dürfte, dass er von Jesuiten aufgezogen wurde. Gleichwohl ist der Mann nicht missionarisch unterwegs, weshalb man „Altars“ genießen kann, ohne das Gefühl zu bekommen, zu irgendetwas bekehrt zu werden. Lytle drückt mit seiner Musik einfach jede Menge Emotionen aus und findet dabei verschiedene Metaphern, die mit der Kirche zu tun oder wie bei „Sanctuary“ einen ganz konkreten kirchlichen Background haben. Hier geht es um eine Flüchtlingsfamilie, die in einem niederländischen Gotteshaus Schutz vor der Abschiebung gesucht hatte und für die deshalb ein 96-tägiger Dauergottesdienst gefeiert wurde, weil unter diesen Umständen die Polizei nicht in die Kirche eindringen durfte. Am Ende durfte nicht nur die Familie aus Armenien bleiben, die Gesetze wurden so geändert, dass Familien mit minderjährigen Kindern auch in den Niederlanden ein Bleiberecht erhalten, obwohl ihr Asylantrag abgelehnt wurde, wenn die Kids dort aufgewachsen sind.

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