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ADDICTION CREW - Break in Life

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Artist ADDICTION CREW
Title Break in Life
Homepage ADDICTION CREW
Label EARACHE
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Es stimmt ausnahmsweise mal, das Promogebrabbel der Plattenfirma. Als müssten sich Earache schon von vornherein gegen den Ausverkaufsvorwurf verteidigen, wird dem Rezensenten sicherheitshalber „This is no Fake Pop Band“ mit auf den Weg gegeben. Ob der Hinweis auf Sängerin Martas RnB Vergangenheit da ein schlauer Schachzug war, darf wiederum zwar bezweifelt werden (denn das rückt sie eher in die Nähe von R. KELLY als von METALLICA), doch präsentiert sich hier eine gestandene Truppe, der man nur dann kommerzielles Kalkül vorwerfen wird, wenn man Chartfähigkeit grundsätzlich ablehnt.

Oder wenn man das Video zur ersten Single „What about“ gesehen hat, das so makel- und einfallslos wie das Meiste auf MTV daherkommt und einen Track bebildert, der mit seiner Mischung aus Rap, Rock und Rahmsahne tatsächlich leicht abgeschmackt und anbiedernd wirkt. Ein guter Song und passabler Opener trotzdem und wenn dieses lauwarme Wasser nur dazu dient, einen auf den nun folgenden verdammt heißen Strahl aufmerksam zu machen, ist das vielleicht sogar ein cleverer Einfall. Denn wer sich „Break In Life“ in Erwartung einer moderat rockenden Sonntagsscheibe zulegt, wird bitterlich bestraft. Gitarist Alex Guadagnoli stand ja nach Max Cavaleras Abschied für den Frontposten bei SEPULTURA zur Debatte und seine Riffs schlagen noch immer ein wie Mörtelbomben – nur dass sie diesmal von kleinen Melodien und gedoppelten Gesangslinien abgefedert werden. Die ADDICTION CREW will nicht, dass ihr Publikum zum Headbangen in die Knie ihrer Baggypants geht, sondern ausgelassen hüpft und springt. Deswegen wird dezenter und wärmer gebratzt, mehr gerappt als geschrieen und folgen die Tracks regelmäßig eingängigen Harmonien. Damit geben sie sich verletzlicher als die Mehrzahl der MetalCore-Combos, denn hier gibt es wirklich keine Möglichkeit, sich hinter Gewalt und technischer Brillanz zu verstecken. Das haben sie aber auch gar nicht nötig. Die Songs stimmen zu 100%, der Albumaufbau ebenfalls. Kracher wechseln sich mit Groove-Monstern ab, Balladeskes mit direkten Rocksongs und das Ganze schaukelt sich erbarmungslos in die Höhe.

Es ist schon wahr: Die Band hat sowohl bei ihren alten Cross-Over Helden, als auch bei den Produzenten des NuMetal gut hingehört. Das macht sie aber lediglich zu Profis, nicht zu Profiteuren – einen mitreißenderen Cocktail wird man so schnell nicht mehr serviert bekommen. Auch wenn alles auf einen neuerlichen Star-Academy-Schwindel hindeutet: Traut Euern Ohren, nicht Eurem Verstand!

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