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ADEPT - Another Year of Disaster

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Artist ADEPT
Title Another Year of Disaster
Homepage ADEPT
Label PANIC & ACTION
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.9/10 (20 Bewertungen)

Als könnte man im vergangenen Jahr neben verstorbenen Idolen, der Weltwirtschaftskrise oder der Angst und Schrecken verbreitenden „Schweinegrippe“ nicht schon genug Dinge als „desaströs“ bezeichnen, nun kommen auch noch mal eben fünf Schweden daher, um ein weiteres Jahr voller Desaster anzukündigen. Ob ADEPT nun wirklich über hellseherische Fähigkeiten verfügen, weiß ich nicht, wohl aber, dass bei der 2004 gegründeten Formation zumindest musikalisch von Katastrophe keinerlei Rede sein kann! Mit „Another Year of Disaster“ liefert das Quintett nämlich ein derart starkes Debüt-Album ab, dass ich jetzt schon zu Beginn des Jahres einen Platz dafür in meiner Top10 2010 reserviert habe!

„The Business of Living“ eröffnet das Post-Hardcore-Feuerwerk direkt ohne Umwege mit den kreischigen Shouts des begnadeten Vokalisten Robert und dem einfach unglaublichen Drive der Truppe, der einen komplett durch jeden der zehn Killer-Kompositionen reißt. Untermalt von den groovigen Drums und der soliden Bass-Grundierung prägt vor allem das spitze, verspielte Riffing der Gitarren den Sound der Schweden, die damit beweisen, dass aus dem IKEA-Land noch mehr kommt als Knäckebrot und genialer Death Metal. „Shark! Shark! Shark!“ als zweiter Song zeigt beispielsweise eindrucksvoll, wie sich melodischer Hardcore anhören muss: mit Mörderriff geht es rein in den mitreißenden Sturm aus Melodie, Aggression, Gefühl und dem Drang nach Bewegung, den ADEPT stets zu entfachen wissen. Wütend erhebt Robert seine Stimme gegen mächtige Hooklines und unbändigen Groove, variiert sein Shouting dabei grandios um den Grad der Intensität – und denkt man dann „jetzt gibt der Junge aber alles“, setzt er noch energischer locker einen drauf; beeindruckend! Crew-Shouts und Singalong-Parts (stilecht eingeleitet mit „It’s a Singalong, motherf*ckers!“) zwingen einen förmlich, ein Teil davon zu werden. Und während Robert auch noch bei dem Growlabschnitt des Songs punktet, setzt er mit seinem Cleangesang dem ganzen die Krone auf. So gefühlfall, so klar, so mitreißend – die meisten Emocore-Truppen würden sich so einen Fronter wünschen! Anfang des zweiten Drittels dann ein Live-Mitklatsch-Ausschnitt; und schon sieht man sich inmitten des Pits! Ausklingen lässt man die starke Nummer dann mit einer elektronischen Sequenz, die fließend den Übergang zu „Sound the alarm“ schlägt. Derbe Breakdowns tanzen Hand in Hand mit den einfach tollen Gesangs-Elementen, und der Hörer gleich mit. Die Zutaten sind dabei während der gut 43 Minuten oft die gleichen, doch werden diese durchgängig aufs neue so schmackhaft serviert, dass man einfach nicht satt werden mag, besonders wenn es dann mit schönen Soli oder ähnlichem noch garniert wird. „At least give me my dreams back, you negligent whore!“ ist dann mal ein Stück, bei dem der Cleangesang (zumindest anfangs) dominiert, desweiteren gibt es fast im Stile von ENTER SHIKARI einen Mitklatsch-Moment, der die Nummer weiter auflockert – was nicht heißt das es dabei nicht zur Sache geht: geiles Teil! Besinnlicher wird es eigentlich nur zum Anfang von „The ballad of planet earth“, die mit verzerrtem Gesang beginnt, sich dann aber zu einer (wie es der Name ja schon verrät) Powerballade mutiert, die Robert mit seiner Stimme und gelegentlichen Shouts absolut überzeugend trägt. „Let’s celebrate, gorgeous! (You know whose party this is)“ beginnt dagegen schon fast ALEXISONFIREmäßig und endet mit einem himmlischen KILLSWITCH ENGAGE-Melodiebogen, was der Abwechslung auf dem Longplayer, die oft in tollen Details steckt, noch einmal umso mehr dient. Das Liedgut ist einfach unglaublich mitreißend ausgefallen. Die Power der fünf Schweden steckt an, was noch einmal besonders für den Refrain von „An era of treachery“ gilt: bläst einen einfach davon!

Das könnte so noch ewig so weiter gehen – „Grow up, Peter Pan!“ ist beispielsweise eine weitere Granate vor dem Herrn inklusive „Whohoho“-Part, Schmacht-Moment und beinah College-Rock-Finish – aber was soll ich tun? ADEPT stecken mit „Another year of disaster“ an und bieten Freunden von melodischem Hardcore ein ganz neues Level an Emotion, Kraft und Ausdrucksstärke. Knallende Breakdowns, tolle Melodien, Killer-Hooklines und Mitgröhl-Momente in technisch absolut sauberer und bestens produzierter Form – wer hier erst einmal drin ist kommt hier nicht mehr raus; und will es auch nicht! Wenn jedes Jahr jetzt SO „desaströs“ beginnt – bitte, bitte lass morgen schon Silvester sein! Gefeiert wird dann mit ADEPT!

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