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ADEPT - Silence The World

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Artist ADEPT
Title Silence The World
Homepage ADEPT
Label PANIC AND ACTION
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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4.9/10 (12 Bewertungen)

Möge die Welt verstummen, zumindest für die nächsten 40 Minuten, denn ADEPT melden sich mit ihrem neuen Album „Silence The World“ zurück – und wer will sich da schon stören lassen? Mit der dritten Scheibe seit 2010 hat man sich dann auch große Ziele gesetzt: Man will die Welt sehen, in die Staaten und Südamerika – und zu diesem Zweck sich auch dem Mainstream annähern. Muss man nun Angst haben?

Mitnichten: Die sympathischen Schweden machen weiterhin genau das, was sie augen- und ohrenscheinlich am Besten können und das wäre Metalcore mit Post Rock-Elementen verknüpfen. Beweise dafür findet man unter den elf neuen Kompositionen reichlich. Das fixe „Means To An End (The Greatest Betrayer)“ lässt beispielsweise vom Fleck weg die Saiten glühen, schimpft sich ordentlich angepisst durch die Strophen und ist immer wieder mit kurzen, tolle Breaks gespickt, bevor es dann in der zweiten Hälfte genauso zügig, aber deutlich melodischer weitergeht. Die Chemie zwischen den Gitarristen Jerry Repo und Neuzugang Gustav Lithammer (der ja auch schon ähnlich bei SAVING JOSHUA musizierte) scheint auf jeden Fall zu passen, während sich Robert Ljung stimmlich in Bestform zeigt. Enorme Bandbreite, die er da allein schon in diesem Song abruft. „Aftermath“ kommt dann eher rockiger um die Ecke gerifft, ist aber u.a. dank schöner Arbeit am Bass nicht minder wuchtig; wenngleich man hier auch einiges für Atmosphäre tut und ein bisschen mit elektronischen Einschiebern spielt. Apropos: mit „Orion“ hat es sogar ein elektronisches Instrumental auf die Platte geschafft. Als ersten Video-Output hat man dann völlig zurecht „Secrets“ auserkoren. Der Song macht da weiter, wo man bei „Death Dealers“ aufgehört hatte und wirft alles in die Waagschale: schöne Melodien, zackiges Drumming, toller Wechselgesang inklusive Cleanparts und natürlich seine Königsdisziplin, die da ganz klar die mächtigen Breakdowns sind. Diese wirken auf diesem Longplayer wieder mal durchweg gut aufgebaut, entladen genau an der richtigen Stelle die Emotionen und glänzen durch die hervorragende Produktion. Einzige Wermutstropfen des neuen Werkes sind leider die Klargesang-Passagen. Auf „Another Year of Disaster“ noch herrlich kreischig, rau und frech wirkend, kommen diese nun, nach der sich auf „Death Dealers“ abzeichnenden Tendenz, für meinen Geschmack deutlich zu glattpoliert rüber. Wo man 2010 nun noch auf der „The Toughest Kids“-Tour keine Gefangenen machte, klingt man nun zum Beispiel beim ebenso betitelten Track auf „Silence The World“ was diesen Punkt angeht fast schon brav. Sollte selbiges das Ziel gewesen sein, hätte man dieses durch die neue Kurzhaarfrisur von Sänger Robert schon erreicht ;-). Ohne Missverständnisse aufkommen zu lassen: der Klargesang ist hier vollkommen in Ordnung, ist sauber und funktioniert – er transportiert nur leider nicht den Charme, der ihn in den Vorgängerwerken (besonders beim Debütalbum) noch eine wildere, aufmüpfigere Note verlieh. Der Refrain des ansonsten absolut großartige Openers „Forever And A Day“ würde mir sicher mit weniger Weichspüler besser gefallen, was dem Klangwerk an sich allerdings nichts anhaben kann. Tolle Nummer mit tollem Gefühl, herrlichem Groove und dem göttlichen Schlusspart aus Crewshouts („If this is live…“) und tiefem Growls („…Silence the world!“), unterlegt mit netter Melodie.

ADEPT machen mit „Silence The World“ vieles richtig und beweisen, dass man sich auch weiterentwickeln kann, ohne auf einmal komplett anders zu klingen. Die „Toughest Kids“ klingen erwachsener, ziehen aber weiterhin ihr Ding durch und sollten ihrem Vorhaben, mit ihrer Musik die Welt zu bereisen, definitiv ein Stück näher gekommen sein. Was wohl allerdings nicht klappen dürfte, ist die Welt verstummen zu lassen – wer will schon flüstern im Moshpit?

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