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ADRIAN WEISS - Easy Game

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Artist ADRIAN WEISS
Title Easy Game
Homepage ADRIAN WEISS
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

Was für das 2011er-Debut „Big Time“ galt, gilt für das Zweitwerk „Easy Game“ erst recht: Grandioser Scheiß! Adrian war schon in jungen Jahren, als man noch bis in die Puppen um Bielefelder/ Düsseldorfer Häuser zog (DA waren wir alle noch jünger…) außergewöhnlich gut – also bei Gigs an der Klampfe! – was erst bei THOUGHT SPHERE und später bei FORCES AT WORK (auch aktuell noch, dazu ebenfalls bei GLORYFUL) unüberhörbar war. 20 Jahre später hat er sein Klampfenspiel auf ein Level gebracht, welches sich zumindest in Deutschland vor niemandem verstecken muss! Auch nicht vor Smolski (RAGE) oder Muenzner (OBSCURA, ex-NECROPHAGIST), mit denen er schon lange in Kontakt ist bzw. zusammen spielt.

Natürlich sind seine instrumentalen Solosachen an den 80er-Shredmeistern wie SATRIANI, VAI oder FRIEDMAN angelehnt, aber wie schon beim Erstling kann er auch auf „Easy Game“ diesen Sound in die Neuzeit verfrachten und mit moderneren Elementen versehen, ohne Altbacken zu klingen. Vor allem wird hier nicht blind auf den Saiten rumgewichst! Natürlich steht und fällt alles mit dem Klampfenspiel und wer´s halt kann, der soll´s natürlich auch zeigen und hören lassen, aber hier werden keine ellenlangen YNGWIE-Egospots gefahren, sondern richtige SONGS präsentiert, die man sich auch als Nicht-Klampfenfetischist prima geben kann! Zumal Mr. Weiss mal wieder dermaßen viele Einflüsse in die Songs einbringt, das keiner wie der Andere klingt. Sicher wird hier gerne und reichlich soliert, dafür ist so ein Album ja nun mal auch da, aber der Song steht im Vordergrund.

Nützlich ist dabei sicherlich auch das Agieren einer kompletten Band mit Lars Zehner am Schlagzeug und Marcel Willnat am Bass, was das Ganze extrem homogen und vor allem fett klingen lässt. Überhaupt ist der Sound eine Ohrenweide, glasklar und dennoch druckvoll. Gastsolisten dürfen natürlich nicht fehlen, viele Soli sind von Demian Heuke beigesteuert worden, aber auch Christian Muenzner, Jens Schäfer(alter Kollege von THOUGHT SPHERE, ehemals LOST CENTURY, now MOMENT OF DETONATION), oder Bandmates von FORCES AT WORK und GLORYFUL durften was beisteuern.

Da lässt sich die Optik nicht lumpen, die „richtige“ CD im Clear-Tray mit 8-seitigem Booklet und schicken Illustrationen/ Fotos von Killustrations, sowie ausführlichen Linernotes zu den jeweiligen Tracks von Adrian bieten einiges fürs Geld. Das soll man natürlich eigentlich für die Mucke hinblättern und die ist es allemal wert.

Auch auf „Easy Game“ bietet Adrian alles von wilder bis gefühlvoller Soliererei, von Metalshred bis Latinswing, von Prog bis Jazz oder Blues. Grundsätzlich dürften sich hier neben Guitarshreddern vor allem Prog Metal-Fans dran erfreuen, denn die Grundgerüste der meisten Tracks kann man in dem Genre verorten. Mal geht´s härter zur Sache, mal softer, aber jederzeit mit famosen Melodien versehen. Da fällt einem der fehlende Gesang gar nicht mehr auf…

Stellvertretend sei hier mal der abschließende Killertrack „Offbeat Frankenstine“ genannt, der neben einem tanzbaren Beat und geiler Melodie ein dermaßen trocken-fettes modern MetalBRETT auffährt, das man sich das mit Gesang als lupenreinen Hit und Tanzflächenfeger ausmalen kann! Und das ist nur eine faszinierende Facette auf diesem von vorne bis hinten fesselnden Werk.

Ihr legt auch heute noch gerne „Surfing with the Alien“ oder „Sex & Religion“ auf? Dann stellt schnellstens ADRIAN WEISS dazu! Und zwar auf das gleiche Podest! Grandioser Scheiß!

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