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ADVOCATUS DIABOLI - Sterbend durch die Sonne

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Artist ADVOCATUS DIABOLI
Title Sterbend durch die Sonne
Homepage ADVOCATUS DIABOLI
Label SONORIUM
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

Mit „Sterbend durch die Sonne“ liegt seit kurzem das zweite reguläre Studioalbum der Aschaffenburger Gothic-Formation um Thomas Jäkel vor. Ich kannte ADVOCATUS DIABOLI vorher überhaupt nicht, stand dem Album also völlig unvoreingenommen gegenüber. Und eins muss man dieser CD lassen, ich bin beim Hören wirklich durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Auch wenn dies bestimmt so nicht in der Absicht der Macher lag…

Erste Durchläufe im Hintergrund: Klingt ein bisschen wie MANTUS und eine gute Portion SISTERS ist auch dabei. Nicht die schlechteste Mischung, außerdem handwerklich sehr solide und durchaus tanzflächentauglich. Deutsche und englische Texte, darauf später ein eingehenderer Blick. Die Gesangsparts von Sonja Stöbling scheinen aber fast durchgehend ein paar Töne zu hoch für ihre Stimmlage, so klingt es doch manchmal eher bemüht als „betörend“ (O-Ton Infozettel).

Spätere Durchläufe mit Konzentration und Blick ins Booklet: Der erste Song, „Revolution“ beginnt wirklich etwas MANTUS-like, hat aber Potential und ist durchaus clubtauglich. Auch der folgende Titeltrack „Sterbend durch die Sonne“ ist druckvoll und mitreißend. Doch ab dann beginnt die Platte zu schwächeln. Ich mag pingelig erscheinen, aber invertierte Satzstellung macht aus mittelmäßigen Lyrics wie bei „Lord Strange“ sicherlich keine tiefpoetischen Werke, vor allem, wenn sie dermaßen deplaziert eingesetzt wird. Die deutschen Texte sind pathetisch, schaffen aber gerade noch die Gratwanderung, nicht endgültig in die Peinlichkeit abzurutschen. Bei „1441“ und seinem englischen Text ist es dann aber ganz vorbei: das klingt nicht nur holprig und wie aus dem Wörterbuch zusammengesucht, auch inhaltlich gerät die angestrebte Kritik eher zur Banalität. Schade eigentlich. Die nächsten Tracks sind eher nichtssagend: Musikalisch klingt es durchaus professionell, aber der Funke will nicht überspringen und hie und da fehlt es einfach an einem ordentlichen Spannungsbogen. Bei „Rausch der Schwere“ tut es mir fast schon leid, weil es eigentlich ein richtig gutes Lied ist, wenn da nicht wieder diese vermaledeite invertierte Satzstellung in den Lyrics wäre, die das Ganze ins Peinliche zieht!

Zum Ende der Platte aber kriegen ADVOCATUS DIABOLI aber noch einmal die Kurve, so ist „Der Wolf“ für mich das stimmigste und stärkste Stück des gesamten Albums. Abgesehen vom Bonus Track „Hidden Dreck“ mit seinen kongenialen Reim-dich-oder-ich-freß-dich-Lyrics, die eigentlich nur beabsichtigt sein können und der besungenen Attitüde „Hidden-Tracks sind scheiße“ sehr entgegenkommen. Ein klasse Gimmick, der mich vor Lachen fast vom Stuhl geworfen hat und AD zumindest viele Sympathiepunkte bringt, zeigt er doch, dass Humor und Selbstironie für die Anwälte des Teufels keine Fremdworte sind.

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