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AEON - Path of Fire

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Artist AEON
Title Path of Fire
Homepage AEON
Label METAL BLADE
Veröffentlichung ..
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Sicherlich ist technischer US-Death Metal in der CANNIBAL CORPSE/ MORBID ANGEL Schnittmenge nicht die Oberkante originellen Musizierens. Legion ist die Zahl der Bands, die durch ähnliches Fahrwasser schroten. Allerdings ist es – zumindest für mich – nach wie vor überraschend, wie viele Combos es mittlerweile gibt, die dieses Werk auf einem hohen Niveau beherrschen. So auch AEON, um die es hier geht und die kurioserweise nicht aus dem Land der unbegrenzten Absurditäten stammen, sondern aus Melodic Death (also „Death“ oder auch Deathchen) Main Country Schweden. Wenig überraschend ist die präsentierte Klasse dann bei einem Blick auf die Eckdaten: „Path of Fire“ ist produziert von Eric Rutan, der immer mehr zu einem absoluten Leader der Szene wird. Auch das Vorgängeralbum „Rise to Dominate“ wurde prominent produziert: Dan Swanö drehte damals an den Knöpfchen. Plattenfirma ist keine geringere als Metal Blade. Insofern muss hier schon was kommen.

Und es kommt: „Forgiveness Denied“ ist sofort ein schneller, kleiner Schlächter. Kein Intro, kein Vorspiel, direkt in den Strafraum. Tiefer Grunzer, hoher Grunzer und dann ab die Double Bass Post. Keine 65 Sekunden gespielt und man hat das erste Gitarrensolo durch, eines wird in diesem Song noch kommen. Weitere Riffmassaker, Tempo bleibt hoch, nach 4:04 Minuten ist Schluss. Und wo war der Song? Also bei mir bleibt es auch nach vielmaligem Hören so: viel Massaker, wenig bleibt hängen. Braucht man so nicht. Versöhnt werde ich jedoch mit dem folgenden Track. Einen Metalsong „Kill ’em All“ zu nennen ist zwar schon sehr dreist. Aber mit diesem schwarzen Kleinod fangen die Schweden bestimmt nicht nur mich als Hörer wieder ein. Hier wird das Tempo gewechselt, die pfeilschnellen Attacken sitzen wie auch das pechschwarze Geschlürfe, das Solo wirkt fast schon einladend freundlich und es gibt auch einen finsterschönen Todesblei Chorus. So soll sie sein, unsere Amischlachtplatte! Auch das folgende „Inheritance“ schlägt die gleiche Kerbe kurz und klein. Ursache ist in diesem Falle die kompositorische Ruhe, mit der die Band die ersten 50 Sekunden des Songs sich mit zwei Akkorden zufrieden gibt und diese aber auch genüsslich ausweidet, um erst dann wieder in einen hektischeren Modus zu fallen. Dann wird das Tempo höher und die Ausrichtung frickeliger. Es bleibt dennoch ein Vergnügen, das immerhin recht catchy bleibt, das liegt insbesondere am schönen, aber kurzen Lead und der gelungenen Zirkelstruktur, mit der am Ende des Songs der Anfang wieder aufgegriffen wird. Danach frickelt-häckselt „Abomination to God“ aber leider wieder mit geringem Wiedererkennungswert am Ohr des mittlerweile doch mehr geneigten Hörers vorbei. Schade.

Atmosphärisch wird’s mit „Total Kristus Inversus“ (Übersetzung überlasse ich Euch), einem reichlich orientalisch angehauchten Instrumental. Beglückt ahnt man, dass die Band sich auf eine kleine NILE Hommage einlässt und so kommt es auch. „Of Fire“ beginnt mit Chören und Keyboardteppich und entwickelt sich dann in eine fiese Todesmetzelorgie, baut aber immer wieder sphärische Parts ein, so dass das Geschoss nicht vorbeizieht, sondern einschlägt. In der Folge gleitet das Ohr spürbar immer wieder ab. Hooklines finden kaum noch statt, mehr und mehr wird das Metzelfrickeln zum Selbstzweck, erst der letzte Song „God of War“ bringt die Hüfte und den Nacken wieder etwas in Bewegung, dazwischen ist doch viel Leerlauf auf höchstem technischen Niveau. Schließlich und endlich muss man festhalten, dass diese Scheibe außerhalb der Death Metal Szene von keiner Relevanz ist. Hier handelt es sich um absolutes Nischenkino. Damit ist aber auch ein deutlicher Unterschiede zu Szeneleadern der Kategorie NILE oder MORBID ANGEL benannt, die in punkto Songwriting und dem Schaffen faszinierender Stimmungen und Atmosphären noch mehr als eine Nase voraus haben. Todesbleilunatics finden aber eine brauchbare Alternative zu ihren Lieblingsbands.
Allfredo

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Die schwedischen Death Metaller AEON klingen mal gar nicht nach ihrem Heimatland, sondern nach lupenreinem US-Technical-Geknüppel der Marke HATE ETERNAL (Erik Rutan hat auch amtlich produziert), NILE oder MORBID ANGEL. Heißt: Es gibt 42 Minuten lang voll einen auf die 12, was auf Dauer trotz beeindruckender technischer Fähigkeiten etwas stumpf wird.

„Kill them All“ oder „I will Burn“ bedienen sich auch mal gerne schwer bei den Genreleadern CANNIBAL CORPSE, inklusive Quietsche-Gitarre. Instrumental ist die Bande hier absolut Top, die eingestreuten Grooveparts killen und auch sonst ist alles enthalten, was der extrem-Deather so braucht. Nur hat man das schon sattsam oft im Schrank stehen, im Ohr hängenbleibende Songs sind auch Mangelware. Rasereien wie „Abomination to God“ oder das von einem schicken NILE-artigen Intro eingeleitete „Of Fire“ rödeln dem US-Deathfan schon den Nacken schwindelig.

Mir ist das allerdings zu eintönig und arg dreist abgekupfert.
MOSES

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