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AERO FLYNN - s/t

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Artist AERO FLYNN
Title s/t
Homepage AERO FLYNN
Label MEMPHIS INDUSTRIES
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Ohne Chris Porterfield (FIELD REPORT) und Justin Vernon (BON IVER) gäbe es vermutlich diese Platte von Josh Scott gar nicht. Die drei kannten sich von der Uni in Wisconsin und machten allesamt in unterschiedlichen Kapellen Musik, Josh seinerzeit noch zusammen mit seiner Band AMATEUR LOVE. Doch dann wurde bei ihm eine Autoimmunkrankheit diagnostiziert und er verzog sich in sein Chicagoer Apartment und verabschiedete sich gänzlich von der Musik und in gewisser Weise auch vom Leben. Das wollte sein Kumpel Justin nicht einfach so akzeptieren, gründete ein Label und legte das einzige AMATEUR-LOVE-Album neu auf. Dadurch erwachte Josh’ Kampfgeist wieder und damit auch sein Wille, Songs zu schreiben. Dies mündete schließlich im Soloprojekt AERO FLYNN und neun Songs, die in Vernons April-Base-Studio aufgenommen wurden und jetzt auf dem selbstbetitelten Silberling zu hören sind.

Es sind leise, aber atmosphärisch sehr dichte Songs, die auf diese Weise entstanden sind. Angefangen beim verzaubernden Opener „Plates2“, über das reduzierte „Twist“, das langsam zur vollen Größe heranwächst und das verspielte „Dk/Pi“, das sich auch auf dem Indie-Dancefloor gut macht. „Crisp“ startet als akustische Folk-Nummer und entwickelt sich schließlich zum elektronisch verbrämten Folk-Epos, während das geheimnisvolle „Tree“ die elektronische Karte mitsamt Vocoder und synthetischem Bass vollends ausspielt. „Floating“ schließt sich dem mit schwebenden Pianoakkorden und einer treibenden Rhythmusfraktion an, um schließlich an das akustische „Maker“ abzugeben. „Brand New“ lässt an THE KNIFE und POLICA denken, ehe das finale „Moonbeams“ mit dezenten Synthies und flirrender Instrumentierung den abwechslungsreichen Reigen enden lässt.

Es ist kaum möglich, die AERO-FLYNN-Langrille in irgendeine Schublade zu stecken. Zu speziell ist das Ergebnis der einjährigen Zusammenarbeit von Josh Scott, Justin Vernon und den BON-IVER-Mitgliedern Mike Noyce, Sean Carey, Rob Moose und CJ Camerieri, Gitarrist Matt Sweeney, Pedal Steeler Ben Lester und SOLID GOLDs Adam Hurlbut. Und irgendwie hört man der Musik auch an, dass es hier um Leben und Tod ging.

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