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AESTHETIC PERFECTION - A Violent Emotion

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Artist AESTHETIC PERFECTION
Title A Violent Emotion
Homepage AESTHETIC PERFECTION
Label OUT OF LINE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.7/10 (13 Bewertungen)

Das bereits lange angekündigte Album “A Violent Emotion” hat nun doch ganz schön auf sich warten lassen und im nachhinein fand ich die Werbung von Out of Line eher zurückhaltend, so ist wohl aus dem einst so hochgejubelten Act eine (für das Label) wirtschaftlich gesehen nicht so interessante Formation geworden, aber wir wollen nicht vorschnell urteilen. Mal schauen, was aus dem Vorzeigenachwuchs geworden ist. Erst einmal das wichtigste: Daniel Graves schreit meistens immer noch aus vollem Hals und versucht auf Teufel komm raus, SUICIDE COMMANDO nachzueifern. Nun aber die Überraschung: Das Ganze wirkt inzwischen ebenbürtig, wenn nicht sogar größtenteils besser als beim großen Vorbild. Klar gibt es noch bekannten/ schönen Hellectro auf die Ohren – es bumst gradlinig vor sich hin – aber ich bin schon fast dermaßen positiv überrascht, dass ich mit offenen Kinnladen staunen muss. Während ich bei Johann van Roy eine gewisse Rückentwicklung erkenne, da er sich eher dem Niveau des Verfolgerfeldes angepasst hat, haben sich AESTHETIC PERFECTION auf eine gewisse Art vom Gros der Masse abgehoben und gehen nun ihren eigenen Weg.

Der musikalische Mix ist traumhaft, „A Violent Emotion“ fängt mit einem unglaublich atmosphärischen Intro an, das Graves’ schreiende Stimme präsentiert, aber nicht auf die übliche verspielte Art, sondern eher tendierend in Richtung Soundtrack. Nach dieser anfänglichen Überraschung geht es beim ersten richtigen Titel so weiter, der Herr kreischt wie gewohnt, aber die Musik ist doch irgendwie anders?! Die Sounds hat er gut ausgesucht, klingen typisch nach ihm, aber der Stil geht eher in die Dance bzw. Elektropop Richtung, mir schwirren Namen wie NEUROTICFISH oder IN STRICT CONFIDENCE durch den Kopf, jedenfalls als die noch gut waren! Somit ist „Spit it out“ ein so genialer Club-Hit geworden, dass er locker in der Topliga mitspielen kann. „Schadenfreude“ bietet danach nicht viel Neues, man kennt den Song evt. aus einem Remix-Wettbewerb oder von einem Sampler, aber er ist immer noch gut und man ist zumindest auf der sicheren Seite, bis man auf „The Siren“ stoßt, in das ich mich in der ersten Sekunde verliebt hatte. Poppiger Elektro-EBM wie KLOQ oder FADERHEAD rauscht einem um die Ohren und zeigt den übrigen Musikern erst einmal, wie man es richtig machen kann, ein Song in Perfektion… und ihr werdet lachen, Daniel ist ein verdammt guter normaler Sänger, es geht also auch ohne Kehlkopfkrebs. Wer also „TZDV“ von FADERHEAD mag, der wird dieses Lied lieben, ich kann meine Begeisterung kaum in Worte fassen. „The Siren“ ist zwar etwas langsamer, besitzt dafür aber mindestens die gleiche Energie. Und nun wird es noch verrückter, bei „A quiet Anthem“ geht es eigentlich so weiter, eine Art Mischform aus den Gesangsstilen wird hier genutzt, aber man ist von Sekunde zu Sekunde mehr beeindruckt. Mich überkam beim Hörtest immer mehr das Gefühl, dass AP FADERHEAD langsam regelrecht wie ein Schulmädchen aussehen lassen, und eine Prise SKINNY PUPPY rundet den Song formvollendet ab.

Doch bevor ich jetzt jedes weitere Lied in voller Inbrunst beschreibe, sage ich lieber einfach, dass Genialität und homogener Stil gehalten werden, wobei „The Geat Depression“ und „Pale“ eher zur alten Gangart wie „Spit it out“ angehören. Die anderen Titel spiegeln meistenteils die musikalische Wiedergeburt von AESTHETIC PERFECTION wider. Elektronische Kracher der allerhöchsten Güte und mit „The Ones“ schließt er das Album als Gesamtkunstwerk ab. Was soll ich noch sagen, jeder Ton sitzt an der richtigen Stelle, jeder Klang lässt meine Nackenhaare aufstehen, einen so guten Gesang habe ich bisher selten gehört und man badet in einem Meer aus Emotionen. Das letzte Mal, dass ich von einem Album bis in die letzte Pore überwältigt war, war bei SKINNY PUPPY und hieß „The Greater Wrong of the Right“, somit kann ich mir auch vorstellen, dass in Verbindung mit den letzten aktuellen Veröffentlichungen eine Kehrtwende im Genre eingetreten ist, es wird nicht mehr alles hirnlos kopiert und die elektronische Richtung bekommt eine neue, interessante, härtere Sparte. Zu deren Pionieren dürfen sich AESTHETIC PERFECTION nun auch zählen, deshalb von mir aus mein Glückwunsch zu diesem absoluten Meilenstein und wer ein Teil dieser neuen Ära sein will, muss sich das Album kaufen.

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