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AETERNITAS - La Danse Macabre

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Artist AETERNITAS
Title La Danse Macabre
Homepage AETERNITAS
Label SERPINA RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Nach dem erfolgreichen Debüt-Album „Requiem“ aus dem Jahr 2000 veröffentlicht die Gothic-Theatre-Metal Band AETERNITAS im Juli 2004 ihr zweites Werk „La Danse Macabre“. Wie auch bei „Requiem“ handelt es sich hier um ein Konzeptalbum.

Thematisch dreht sich das Album um den Totentanz, für den textlich originale mittelalterliche deutsche und lateinische Texte benutzt werden. In den in der Pestzeit entstandenen Totentänzen werden der Reihe nach Vertreter der damaligen gesellschaftlichen Stände, wie Kaiser, Abt, Jurist etc. vom Tod, vor dem jeder Mensch gleich ist, geholt. Sehr vielfältig und interessant schaffen es die insgesamt 7 Sänger/ Sängerinnen, die in unterschiedlichen Rollen verteilt zum Einsatz kommen und durch einen Chor unterstützt werden, diesen Stoff musikalisch umzusetzen. Das Ergebnis ist zeitgemäßer Gothic-Metal mit klassischen, elektronischen und theatralischen Einflüssen.

Besonders hervorzuheben ist u. a. das Intro „Der erste Prediger“. Es wird sehr schön durch Kirchengeläut und deutsprachigem Sprechgesang wie bei MISANTROPHE („Der Schädel des Denkers“) eingeleitet. Durch den Einsatz der Kirchenorgel und des gemischten Choreinsatzes wirkt das Stück recht theatralisch, dramatisch und düster. „Edelmann und Edelfrau“ zeichnet sich durch einleitende Metalklänge, treibende Drums und deutschsprachigen Gesang aus. Diese Dramatik wird durch klagende, ruhigere, beinah traurige Phasen und den Einsatz von operettenhaftem Frauengesang besonders schön vermittelt, sieht man vom sprunghaftem Ende ab.

Songs wie „Kaiser & Kaiserin“ sowie „Krüppel“ gehen stark in Richtung guter Gothic-Metal-Rock, und werden dementsprechend ihre Liebhaber finden. „Jurist“ beginnt sehr schön mit deutschsprachigem Sprechgesang, bevor elektronische Einflüsse und nicht zu krachige Gitarrenklänge hörbar werden. Das Stück offenbart weniger Metal, was mir persönlich gut gefällt. Eins der schönsten Lieder ist „Nonne“: Sprechgesang, verbunden mit dem Einsatz des Chors, eingebettet in Dark-Metalklänge mit klassischen Instrumenten, wirklich einfallsreich. An Metal-Einlagen hätte es meines Erachtens etwas weniger sein dürfen, denn der im Vordergrund stehende Frauengesang zeichnet das Stück genügend aus.

Recht beschwingt ertönt der „Kardinal“, in dem stark treibende Drums und das Keyboard instrumental im Vordergrund stehen und das ebenso ruhige Passagen mit Choreinsatz offenbart. Dass es AERTERNITAS verstehen, auch elektronische Klänge melodisch und doch mit schnellem Rhythmus zum besten zu geben, demonstrieren sie in „König“. Gefällige Drum- und Gitarrenklänge sowie der hier passende, kurz eingefügte Frauengesang „mon chevalier“ kennzeichnen dieses Stück. Wer als klassisches Instrument das Klavier liebt, wird bei „Chorherr“, einem beschwingtem Stück mit – logischerweise – Choreinsatz und Wechseln zu leichten Darkmetal-Klängen auf seine Kosten kommen. Bedenkt man an den textlichen Inhalt, so geht „Mutter und Kind“ mit operettenhaftem Gesang wie kaum ein anderes Stück der CD unter die Haut.

Der zweite Prediger schließt – analog zum ersten – mit deutsprachigem, dramatischem Sprechgesang und passendem Klaviereinsatz sowie vielen instrumentalen Passagen das Gesamtwerk ab. Manchmal dürfte es etwas weniger theatralisch und metallisch sein. Aber dennoch handelt es sich um ein textlich und musikalisch sehr interessantes Werk.

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