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AFTER DEATH - Retronomicon

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Artist AFTER DEATH
Title Retronomicon
Homepage AFTER DEATH
Label IRON PEGASUS
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Wenn der Name Mike Browning fällt, müssen bei allen eingefleischten Hartmetall-Freaks sämtliche Haare auf 666 stehen! Schließlich ist der singende Schlagzeuger seinerzeit der Gründer von MORBID ANGEL und den ebenso wichtigen NOCTURNUS gewesen! Dass er nach dem NOCTURNUS-Split mit AFTER DEATH ein paar Jahre später seine nächste Kapelle an den Start brachte, dürften dennoch nur die wenigsten mitbekommen haben. Was auch daran liegt, das bis zu diesem Release in Europa nichts Offizielles erschienen ist. Die Debut-EP „Vibrations“ sollte 2000 über Hammerheart rauskommen, aber das Label segnete ja das Zeitliche, die Band musste wegen der Lyrics aus einem Studio flüchten und in einem anderen noch mal recorden, dazu gesellten sich Line-Up-Wechsel und als 2001 die Aufnahmen beendet waren, gab es keinen Grund mehr, das Ganze ohne Labelsupport zu veröffentlichen.

Damit die Welt auch weiterhin das musikalische Schaffen einer der wichtigsten Szene-Ikonen des Death Metals verfolgen kann, entschlossen sich Iron Pegasus den Fundus der Band auf dieser toll aufgemachten CD zusammenzufassen. Neben den 5 Tracks der Quasi-Debut-EP „Vibrations“ (die witzigerweise von dem Track „Nocturnus“ eröffnet wird!) gibt es noch die 3 bisherigen Demos zu belauschen: „Consumed“ (2003), „Reviving the Gods“ (2004) und „Secret Lords of the Chamber Below“ (2006)! Macht insgesamt 14 Tracks mit 75 Minuten Spielzeit. Weshalb ein solch für die gesamte Szene immens wichtiger Musiker jahrelang im totalen Underground rumrödeln muss, bleibt mal wieder ein Rätsel. Vor allem, wenn man sich noch überlegt, mit welch einem Riesenberg an überflüssigem Schund man von den unzähligen Labels zugeschüttet wird…aber das wird sich nie ändern, folglich Ohr am Untergrund halten!

Los geht’s mit der aktuellsten Aufnahme, Ende 2006 durchgeführt auf einem 16-track-Recorder im Homestudio von Gitarrist Demian Heftel. Das atmosphärische Intro „The Calling“ wurde einen Tag vor der ersten AFTER DEATH (in dieser Besetzung) Live-Show (13.10.2006) speziell für den Gig von Mike und Keyboarder Napalm geschrieben und extra für diese Compilation dem ersten Song „Lords of the Black Path“ zugefügt und remixed. Wer auf NOCTURNUS konnte, der wird mit diesem Track bestens bedient. Nicht mehr ganz so Death Metal-lastig und atmosphärischer, aber genauso düster und einmalig. Mike singt nach wie vor unverkennbar selber und die Gitarristen sind abgedreht-klasse. „As Below so Above“ geht noch mehr in Richtung NOCTURNUS, auch textlich regiert weiterhin der dunkle Lord. Der Sound ist erstaunlich gut für eine homerecording-Demosache. Die beiden weiteren Tracks „The Star Chamber of Isis“ (mit Blast-Part!) und „The Secret Cycle“ stehen auf demselben Niveau und müssen sich hinter den NOCTURNUS-Scheiben nicht verstecken!

Das kuriose an der der 2004er-Veröffentlichung „Reviving the Gods“ ist die Teilnahme von Erik Rutan (HATE ETERNAL) und noch mehr die von Jon Oliva (SAVATAGE)! Dieses 3-Song-Demo wurde von Erik aufgenommen und gemixt, jedoch wollte die Band noch etwas mehr mit Effekten und Keyboards experimentieren. Erik war zu der Zeit aber mit HATE ETERNAL beschäftigt, so dass Mike zum Audiolab Studio ging, wo er zufälligerweise Jon und seinen Engineer Greg Merchak vorfand. Die beiden arbeiteten gerade an der neuen JON OLIVA’S PAIN-Scheibe. Ein langer Kreis schloss sich, denn Jon nahm das legendäre „The Science of Horror“-Demo von NOCTURNUS auf (1988!) und Greg arbeitete mit Mike, als dieser bei ACHERON war! In einer Nacht remixten die drei also das Demo mit mehr Effekten und Keyboards. Die Originale CD-Version ist die mit dem Oliva-Mix, die LP-Version enthält den Rutan-Mix. Alle 3 Songs (+Intro „Birth/ Death“) bieten ebenfalls klassischen NOCTURNUS-Sound. Durch zwei überlange Tracks bringt es diese Mini auf über 21 Minuten. Insgesamt ist der Sound noch etwas roher als heutzutage. Der Titeltrack rult dabei noch am Besten.

Ein Jahr zuvor nahm man zwei zusammenhängende Songs auf: „Consumed by Fire/ Sulphur, Mercury and Salt“, welche es auf über 12 Minuten bringen und trotz ebenfalls 16-Spur-Homerecording noch roher klingen als die späteren Demos. Bei den abschließenden 4 Tracks (+Intro) handelt es sich um die ersten Aufnahmen von AFTER DEATH nach Mikes NOCTURNUS-Weggang. Mit Richard Bateman am Bass war noch ein alter Weggefährte und Originalmitglied dabei, so dass der Demo-Klassiker „Nocturnus“ natürlich erneut verwendet werden durfte. Die AFTER DEATH-Version klingt aber schon um einiges anders. Zu den restlichen Songs liegen dann keine Texte vor, ansonsten sind in dem Superausführlichen Booklet alle enthalten inklusive jeder Menge Randinfos.

Der ganze hier enthaltene Stoff hat auf jeden Fall mehr mit den ursprünglichen NOCTURNUS gemeinsam, wie die Band selber nach Brownings Weggang (auch das nach 6 Jahren versuchte Comeback 1999 mit „Etherial Tomb“ rettete nichts mehr)! Wer also auf die ersten beiden Klassiker „The Key“ (1990) und „Tresholds“ (1992) steht, der sollte sich blind alles von AFTER DEATH zulegen!

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