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AGAINST ME! - White Crosses

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Artist AGAINST ME!
Title White Crosses
Homepage AGAINST ME!
Label WARNER/ SIRE
Veröffentlichung ..
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Der „Teenage Anarchist“ ist wieder zurück! Drei Jahre nach der letzten LP „New Wave“ lässt uns Tom Gabel wieder an seinen Songwriter-Fähigkeiten teilhaben und geht dabei so ehrlich und authentisch vor wie eh und je. AGAINST ME! sind seit jeher eine der Punkrock-Bands, die ihren Frust nicht einfach verrotzt und schmuddelig herausgröhlen – die Jungs aus Florida legen ihre Wut lieber in gefassteren Tönen und dafür aber umso „deutlicheren“ Texten dar. Und so ist auch „White Crosses“ wieder ein absolut angenehmer und aussagekräftiger Hörspaß geworden.

Mit dem Titelsong geht es gleich mit dem ersten Highlight los. Der Opener schwebt quasi auf einem lockerleichten Sonnenstaat-Rockriff heran, Neu-Drummer George Rebelo von HOT WATER MUSIC haut einen zackigen Beat drunter und „der BRUCE SPRINGSTEEN des Punks“, Tom Gabel, erhebt seine Stimme wie gewohnt kräftig und eindringlich. Mitgröhl Refrain, hymnische Ausstrahlung, recht fröhlicher Klang – allerdings lyrisch wesentlich ernster; so thematisiert man eben mal schon zu Beginn die Verwüstung des Friedhofs in Gabels neuer Heimat, St. Augustine. Typische Merkmale sind also durchaus vorhanden. Aber während Mr. Gabel auf dem 2002er-Werk „Reinventing Axl Rose“ noch „Baby, I’m an anarchist“ trällerte, heißt es 2010 „I was an teenage anarchist“. Gabel scheint also etwas Abstand von den Dingen genommen zu haben und reflektiert sich selber genau so wie seine Musik. Das Ergebnis ist natürlich immer noch ein musizierender Riss im Spiegel der Gesellschaft, doch präsentiert sich das Quartett dabei deutlich reifer und erwachsener. Das merkt man eben auch der bereits erwähnten ersten Single an. Die Nummer stellt die Entwicklung der Jungs verhältnismäßig deutlich dar. Natürlich haben sich AGAINST ME! hier nicht um 180 Grad gedreht, die (etwas reduzierten) Folk- und Country-Elemente halten in diesem wie auch in den anderen Klangwerken weiter Einzug, überwiegend reichert man seine Punkwurzeln allerdings mit verstärkten Rockattributen an. Und wie auf einem Schiff merkt man die kleinsten Kursänderungen nicht sofort, erst auf die volle Distanz gesehen machen sie sich effektiv bemerkbar. „White Crosses“ geht dabei über eine Distanz von gut 36 Minuten und im Detail merkt man Gabel & Co ihre Absicht definitiv an. Von Pianoklängen eingeleitet und mit mitreißenden „Whoohooo“-Chören begleitet wird Gabel bei „Because of the shame“ seinem BRUCE SPRINGSTEEN-Vergleich wieder gerecht und liefert einmal mehr einen Live-Hitgaranten. Letztgenannte Garantie dürfte mit ziemlicher Sicherheit auch „Rapid Decompression“ einhalten, bei dem der Vierer dann doch noch einmal eine knackige Punkrock-Nummer abfeuert und die Platte kurz vor Schluss noch einmal einen ordentlichen Kick gibt. Das, wenn man so will, Gegenstück dazu bringt dann das besinnliche „Ache with me“, das wie eine Wolke voller Träume seinen Weg über die Welt schweift.

AGAINST ME! präsentieren sich 2010 mit „White Crosses“ also noch ein ganzes Stück erwachsener und reifer. Man geht mit einer gewissen Distanz an die Sache heran, verarbeitet seine Wut nicht wie noch auf „New Wave“ direkt aus dem Feuer, sondern setzt sich statt dessen lieber vor den Kamin und betrachtet die Flammen mit respektvollem Abstand. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass Gabel und seine Mannen nicht trotzdem kein Blatt vor dem Mund nehmen und nach wie vor ehrliche, direkte Musik machen. Diese fällt relativ abwechslungsreich aus, Folk und Country mussten ein paar Prozente ihres Anteils abgeben, dafür hat der Rock an der internen Genre-Börse gut zugelegt. Wer dem schrillen, schmutzigen und staubigen Punk verschrieben ist, der wird mit AGAINST ME! wohl auch diesmal nicht so wirklich warm. Anhänger des (nachvollziehbaren) Gabel-Kults sollten aber wieder zufrieden gestellt werden, denn immer noch ist man absolut kantig und rau genug, um thematisch den einen oder anderen Liter Blut zu vergießen.

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