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AGHORA - Formless

Artist AGHORA
Title Formless
Homepage AGHORA
Label SEASON OF MIST
Leserbewertung

Alleine wenn die Namen Sean Reinert (Drums, CYNIC) und Sean Malone (Bass, CYNIC) auf dem Booklet stehen, garantiert dies Prog-Metal vom allerfeinsten. Leider ist letzterer schon eine Weile nicht mehr dabei und auch der Schlagzeug-Meister war nur noch im Studio und zudem nur für ca. die Hälfte der Songs am Werk.

So ist Chef und Saiten-Hexer Santiago Dobles noch als einziges Gründungsmitglied am Start, hat allerdings mit Basser Alan Goldstein und Schlagwerker Giann Rubio zwei nicht weniger talentierte neue Mitstreiter für AGHORA gewinnen können. Vervollständigt wird das Line Up durch das gerade mal 20 Jahre alte Gesangs-Talent Diana Serra! Und auch wenn zwischen dem Debüt und „Formless“ gut sieben Jahre liegen, hört man diesen langen Zeitraum kaum heraus. Dies kann man positiv wie negativ sehen. Positiv, weil man hier wieder massenweise Killer-Songs geboten bekommt. Technische Meisterwerke, bei der die Band die fast ideale Balance zwischen verfrickelten Chaos-Passagen, fetten Moshparts, jazzigen Einschüben und eingängigen Melodien findet. Dabei brilliert vor allem Bandkopf Dobles durch furiose Gitarrenarbeit im Solo- als auch im Rhythmus-Bereich. Beide auf diesem Album aktive Drummer sind sowieso jeweils eine Klasse für sich und verabreichen dem Hörer 13 mal eine Lektion ins Sachen Härte, Komplexität und Groove! Dazu eine Sängerin, die über eine Engels-Stimme verfügt, mit welcher sie sich gekonnt gegen die massiven Riff-Attacken und Drum-Walzen behauptet. Negativ, weil eben genau letzterer Punkt auch schon eine kleine Schwäche beim ersten Album markierte. So klingt Diana Serra erstmal recht ähnlich wie ihre Vorgängerin Danistha Rivero und scheinbar trägt sie auch das gleiche Problem mit sich. Der Gesang ist zwar erste Sahne, dabei mangelt es der Stimme aber an Abwechslung und Spannungsbögen. So singt die junge Dame in ihrem Bereich verdammt gut, kann den Kompositionen aber durch ihre Vocals weder Konsistenz, besondere Melancholie noch unterstützende Aggression verleihen. Zudem fehlt einfach ein Mittelpunkt, ein Refrain, auf den die Stimme die Musik hinleitet. So verliert man beim Hörgenuss von „Formless“ einfach zu schnell die Aufmerksamkeit, da man nicht erkennen kann, wohin es geht und wer will sich schon auf eine Reise ohne Ziel begeben?

Schade eigentlich, denn hier sind wirklich wahre Meister an ihren Instrumenten am Werk. Wenn dieses Können sich nun auch noch 1:1 aufs Songwriting umlegen lässt, hätten wir es hier mit einer wahrlich grandiosen Band zu tun.

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