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AGNES OBEL - Myopia

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Artist AGNES OBEL
Title Myopia
Homepage AGNES OBEL
Label DEUTSCHE GRAMMOPHON
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

„Myopia“ ist die vierte Langrille der seit 2006 in Berlin lebenden Dänin AGNES OBEL. Nach Aussage der 39-jährigen Künstlerin ist es ein Album über Vertrauen und Zweifel. Und wer AGNES OBEL kennt, weiß, dass man keinesfalls mit luftig leichtem Easy-Listening rechnen sollte.

Vielmehr entführt AGNES OBEL ihre Zuhörer mit den insgesamt zehn Songs in eine düster-melancholische Welt des Kammer-Pops, die aus klassischen Instrumenten, dezenter Elektronik und Agnes‘ ausdrucksstarker Stimme besteht. In Gänze ist das Musik, die man nicht mal eben nebenher hört, sondern die gefangen nimmt und eine ganz besondere Stimmung aufkommen lässt. Im ersten Moment wirkt der Opener „Camera’s Rolling“ zerbrechlich, doch schon bald zeigt sich, welche Intensität sich hier verbirgt. Gleiches gilt für die beiden Vorab-Singles „Broken Sleep“ und „Island of Doom“, die mit dunklen Klangwelten voller emotionaler Stärke punkten, wohingegen das instrumentale „Roscian“ mit seinen zarten Klavierakkorden äußerst fragil daherkommt und der Titeltrack „Myopia“ mitsamt Streichern erneut kraftvoll in verhaltender Düsternis irrlichtet. Das abermals instrumentale „Drosera“ verstärkt das unbestimmte Gefühl, vom Weg abgekommen zu sein, während „Can’t Be“ Zuversicht verströmt und „Promise Keeper“ für ein gerüttelt Maß an Dramatik sorgt. Derweil wirkt „Parliament of Owls“ recht verträumt und das finale „Won’t You Call Me“ ist wahrlich ein aufs wesentliche komprimierte Kleinod und ganz klar mein Favorit.

Nein, AGNES OBEL macht keine Musik für die Massen. Im Radio wird sie mit „Myopia“ maximal am späten Abend, eher noch nachts vorkommen. Man sollte sich allerdings nicht mit einzelnen Liedern begnügen, sondern das Album in Gänze genießen – zu jeder Tageszeit!

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