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AGONOIZE - For the Sick and Disturbed

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Artist AGONOIZE
Title For the Sick and Disturbed
Homepage AGONOIZE
Label OUT OF LINE
Leserbewertung
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6.3/10 (7 Bewertungen)

AGONOIZE zu Halloween? Auf den ersten Blick eine gelungene Paarung. Die Meister des oberflächlichen elektronischen Schocks kombiniert mit einem zur Kommerzveranstaltung mutierten Düstertermin. Kunstblut auf der Bühne harmoniert nun mal gut mit den billigen Pappmache-Verkleidungen, die mittlerweile jeden Kaufhaus-Wühltisch verzieren. Sarkasmus Mode aus: Das Berliner Trio besitzt trotz aller Anfeindungen „seriöser“ Musik Fans ganz sicher seine Berechtigung, denn im Genre „Aggro Electro“ treiben noch ganz andere Unholde ihr finsteres Spiel. Mit irrwitzigen Bühnen Shows und einigen Szene Hits hat man sich mittlerweile eine treue Fanschar herangezogen – auf den Tanzböden der Republik funktionieren AGONOIZE Kompositionen ja auch bestens. Nun also eine neue EP mit 7 Tracks, davon 2 Remixe. Für Freude sorgt die stilvolle Verpackung, die sich im Stil der italienischen „Fumetti Neri“ präsentiert. Da hat offensichtliche jemand ein Faible für Populärkultur.

Die Songs an sich bieten gewohntes Futter: Verzerrter aber noch gut verständlicher Gesang in Englisch oder Deutsch. Meist stumpf und abgehackt auf einer Tonhöhe. Flotte Beats, tanzbare Aggression, bekannte Melodiefetzen und Effekte. Viel mehr fällt mir dazu wirklich nicht ein. SUICIDE COMMANDO in simpel für alle Cybergoten dieser Welt. Die Texte sind sich für stumpfe Gossensprache nicht zu schade, dabei gibt es durchaus einige interessante Lyrik Ansätze inmitten der Provokation. Beim „Staatsfeind“ kokettiert man mit dem eigenen Außenseitertum, was ein wenig unfreiwillig komisch anmutet, wenn man die Werbe Strategie der Marke AGONOIZE bedenkt. Wirklicher Schmerz, wirklicher Hass, wirkliches Leid sieht anders aus… wobei ich die Existenzberechtigung dieses trashigen Paralleluniversums keineswegs in Frage stellen möchte.

„For the Sick and Disturbed“ ist genau wie das Cover. Unterhaltsam, grell und (ich hoffe zumindest) voller Selbstironie. Das Quintett neuer Stücke hält das bisherige Niveau, erfüllt den Bewegungsauftrag und geht auf wundersame Weise schnell ins Ohr. Seien wir auf die dazugehörigen Live Gimmicks gespannt. AGONOIZE zu Halloween? Für ein paar gruselige Stunden reicht es alle Mal und morgen werden wir dann alle wieder ganz ernsthaft…

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