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AGONOIZE - Wahre Liebe (Single)

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Artist AGONOIZE
Title Wahre Liebe (Single)
Homepage AGONOIZE
Label OUT OF LINE
Leserbewertung
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3.3/10 (15 Bewertungen)

Wer hätte gedacht, dass die anfangs oft eher belächelten AGONOIZE so viel Durchhaltewillen an den Tag legen würden und nunmehr schon fast eine Dekade auf den schwarzen Buckeln haben? Respekt dafür und ebenfalls meine Anerkennung für die doch deutlich gewachsenen Songwriter-Künste. Wo man früher einfach derbe in den Topf mit der Aufschrift „Provokation“ griff, geht es heuer deutlich substantieller, wenn auch nicht gerade ruhiger zu. Wobei das sicher auch im Sinne der tanzgeilen Klientel ist. Das im Comic-Style gehaltene Digi Cover des neuesten Ago-Werkes enthält 2 mal 3 Songs als Appetizer zum im Herbst angekündigten Langspieler, namentlich der titelgebende Track plus ein Epos namens „Dafür“ plus jeweils 2 Remix-Variationen. Gut 27 Minuten Hardstyle Electro mit ein paar neuen Raffinessen.

Mike, Oliver und Chris haben die Sequenzer neu entdeckt, so zumindest meine ersten Gedanken beim rabiaten Einstieg „Dafür“ in der „Version“-Version. Fette Produktion, die Bässe bollern ordentlich durchs Unterholz, und so sind die 3 Buchstaben „EBM“ nicht so weit hergeholt. Dazu ein Text, der sich halbwegs intelligent mit dem Widerstand des Einzelnen gegen die Trägheit und Verführbarkeit der Masse auseinandersetzt – fertig ist ein neuer AGONOIZE-Hit. „Wahre Liebe“ kommt dann lyrisch schon wieder ein wenig platter daher, aber immer noch trashig charmant. Etwas melodiöser aber dennoch aggro und ebenfalls old school angehaucht. Noch deutlicher wird das beim „Auto Auto A-Go-Go Mix“, wo man das Tempo merklich rausnimmt, dafür 80er Elemente einbaut sowie einen verzerrten Gesang, was dem Stück einen herrlich groovigen Anstrich verleiht. Die Bearbeitung der Labelmates AESTHETIC PERFECTION hingegen addiert einige Future Pop-Elemente, die insbesondere den Refrain treibender aussehen lassen. Fehlen noch der Gerrit Thomas (FUNKER VOGT)-Remix von „Dafür“, der entsprechend Titel die Vocals noch einmal verzerrter/ härter in Szene setzt und die Classic Variante desselbigen Songs, der noch ein bisschen schnörkelloser auf den Punkt kommt.

Ein schönes Sammlerstück für alle Anhänger des Aggrotech-Trios, insbesondere auch durch das Artwork. Ob man nun in Anbetracht des zu erwartenden Full Length Albums wirklich zuschlagen muss, sei mal dahingestellt, die Veröffentlichungspolitik ist heutzutage eben so. Die beiden neuen Tracks können inhaltlich jedenfalls überzeugen, kombinieren den typischen AGONOIZE-Sound mit ein paar unerwarteten Elementen und zeugen eindeutig von einem gewissen Reifegrad der Protagonisten. Noch nicht das Maß aller Dinge, aber schon mal Europa Cup-würdig!

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