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AGRYPNIE - 16[485]

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Artist AGRYPNIE
Title 16[485]
Homepage AGRYPNIE
Label SUPREME CHAOS
Leserbewertung
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9.0/10 (4 Bewertungen)

Nach 3 Veröffentlichungen dieser Band muss ich keine Worte mehr darüber verlieren, wer Torsten ist oder was man von AGRYPNIE erwarten darf. Vielmehr denke ich bei einem Release dieser Combo darüber nach, wie Torsten das hohe Niveau der Vorgängerscheiben halten, geschweige denn übertreffen will. Während „F51.4“ kalt und gemein war, steigerte sich die vom Soloprojekt zur vollwertigen „Schlafstörung“ bei „EXIT“ noch einmal. Was kann also diese CD noch bieten, um den Hörer bei Stange zu halten?

Den absoluten „Wahnsinn“ – Das ist wohl die passende Antwort auf diese Frage. Denn genau dieses Wort hallte nach dem ersten Hören dieser 73 Minuten Musik in meinem Kopf. Schon beim Intro fällt auf, dass man einen Schritt weiter geht als bisher. Düster und bedrohlich wirkt der elektronische Sound, ehe Gitarren und Drums einsetzen. Mit einem stakkatoartigen Rhythmus steigt man dann auch gleich in „Der tote Trakt“ ein. Und wenn man sich bei diesem Song das Booklet zur Hand nimmt, um die Texte mitzulesen, kommt man auch gleich wieder an das Wort in meinem Kopf – „Wahnsinn“ …„gefesselt im Kerker meines Wahns“. Der folgende Kracher „Kadavergehorsam“ zeigt außerdem, dass Torsten auch nicht vor langsameren Stücken zurückschreckt. Mit benahe rockigen Riffs, die die späteren Blastbeat-Attacken untermalen, marschiert dieser Track voran, um lyrisch genau das zu bieten, was der Titel verspricht, nur um bei ca. 3:55 in ein düsteres Riff überzugehen, das einfach tief in die Haut schneidet. Und wieder bleibt das Wort im Kopf hängen – „Wahnsinn“, auch wenn es dieses Mal einen anderen Kontext bedient. Lyrisch bedrückend kommt nach dem „Verfall“ das Stück „Schlaf“ daher. Beklemmend und dunkel hämmert sich dieser Titel vor allem durch das melodische Riffing tief in den Schädel. Dabei seien diese Songs nur exemplarisch gewählt, um den Irrsinn in all seiner Vielfalt zu zeigen. Jedes der Stücke weist ähnlich tiefgründige Lyrics auf und überzeugt mit abwechslungsreichen Riffgewittern und Härte. Als besonderes Highlight sei aber dennoch „Brücke aus Glas“ erwähnt. Lyrisch und stimmlich von Alboin (GEIST) konzipiert vereint die „Brücke aus Glas“ alle Merkmale dieses Albums in knapp 12 Minuten Spielzeit. Ruhigere Parts, tiefgehende Lyrics und eine enorme Trostlosigkeit. Das Ganze muss natürlich auch den entsprechenden Sound haben. Und genau der stimmt auch! Sauber und hart klingen die Instrumente, und die Stimme ist jederzeit (trotz des typischen Schreigesangs) verständlich.

Final kann ich wohl nur jedem Anhänger der Band ruhigen Gewissens einen Blindkauf ans Herz legen, um einmal mehr in der trostlosen Welt von AGRYPNIE zu versinken. Alle anderen Anhänger düster-brachialer avantgardistischer (Black-) Metal-Musik sollten auch ein Ohr riskieren. So schließe ich diese Rezension mit Worten aus „Zorn“: „Manchmal wünschte ich, ich könnte nur ein einziges Mal die Macht über eure Seelen an mich reißen, euren Blick in meinen Abgrund richten.“ Noch Fragen? Wahnsinn!

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