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AGRYPNIE - Exit

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Artist AGRYPNIE
Title Exit
Homepage AGRYPNIE
Label SUPREME CHAOS RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Als ich 2006 das offizielle Debüt von AGRYPNIE in den Händen hielt, war ich doch sehr überrascht über den Klang und den Inhalt der Scheibe. Abseits der Inhalte von Torstens früherer Band NOCTE OBDUCTA überzeugte „F51.4“ im Jahre 2006 durch die genreuntypische Lyrik. Besonderes Merkmal war damals wohl auch der Drumcomputer. Der kalte harsche Sound dieses elektronischen Schlagzeugs verlieh dem Vorgänger von „Exit“ einen gewissen Charme, war aber zugleich oft auch Grund für Kritik.

Aber ohne Kritik geht es ja eh nie. Und wenn wir einmal dabei sind, kritisieren wir doch gleich einmal das Manko von „Exit“. In diesem Fall frage ich einfach mal, was war der Kritikpunkt Nr. 1 sowohl bei NOCTE OBDUCTA als auch bei dem Debüt von AGRYPNIE (abesits des Drumcomputers)? Der Gesang! Der Vortrag am Mikro wird geschrieen wie eh und je und bewegt sich zwar noch im verständlichen Terrain, ist aber dennoch extrem und kann, wenn man diese Art Schreierei nicht mag, schneller als bei Kollegen aus dem Black Metal nervig werden. Aber dies ist nun mal ein Stilmittel, und ich denke, wenn die Band das ändern würde, gäbe es auch nur wieder Rüffel. Aber das war es auch schon mit den negativen Punkten. Was weiß nun zu gefallen an dieser CD? Wie auch bei „F51.4“ ist die Lyrik ein ganz klarer Pluspunkt und überzeugt wieder abseits der Black Metal Texte mit tiefgründigen Ideen und Passagen, die zum Nachdenken anregen. Torsten schafft es, bildhaft gesprochen, die Worte „schillernd“ und „Abstieg“ in einen inhaltlichen Kontext zu bringen. Untermalt werden diese Texte von harten Attacken an den Instrumenten und selten vertretener elektronischer Unterstützung. Übrigens elektronisch – dieses Mal bedient ein Schlagzeuger aus Fleisch und Blut die Becken und klingt dabei dennoch kalt und brutal. In der Geschwindigkeit hat man sich dieses Mal auch etwas gezügelt. Scheinbar ansatzlose Tempowechsel sorgen für das ein oder andere Überraschungsmoment und harmonieren so mit den teilweise akustisch gehaltenen Intros der Songs. Produziert wurde „Exit“ wieder mit dem gleichen kühlen Charme wie auch „F51.4“.

So ist „Exit“ definitiv ein toller Nachfolger geworden. Dynamischer, härter aber manchmal auch zahmer und mit der gleichen Kälte weiß dieses Werk zu überzeugen. Nur sind diese Punkte die mir PERSÖNLICH sehr gefallen, wohl auch die Dinge, die man kritisieren könnte. Der Sound ist kühl bzw. steril, der Gesang „einzigartig“ oder halt nervig, die Texte sind intelligent oder je nach Sichtweise „möchtegernphilosophisch“. Aber wie gesagt – irgendwas kann man ja immer kritisieren.

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