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AIRWAY - Faded Lights

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Artist AIRWAY
Title Faded Lights
Homepage AIRWAY
Label GRAVES RECORDS
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Italien scheint momentan eine wahre Brutstätte für diverse Core-Bands zu sein – dass dabei nicht selten etwas ziemlich Gutes bei herauskommt, sieht man am Beispiel von AIRWAY. Das seit drei Jahren bestehende Quartett begleitete unter anderem schon Größen wie ALEXISONFIRE, THE USED, RISE AGAINST oder VANILLA SKY und schickt sich nun an, mit dem Debüt Album „Faded Lights“ weiter auf sich aufmerksam zu machen.

Aus den Gedanken über das, was einen nach dem Einlegen des gut 38 Minuten langen Silberlings wohl erwarten möge, erwacht man durch die Klänge des Openers „Wake Up“ und dessen metalischen Riffs, zu denen sich auch ein klar-donnerndes Drumming gesellt. Der einsetzende Schreigesang wird immer mal wieder von Clean-Gesang abgelöst – und schon hat man wieder das bewährte Prinzip, welches sich jedoch in angenehmer Varianz durch das Album zieht und von den Italienern sehr ordentlich und auch mit einem gewissen eigenen Charme umgesetzt wird. Der nasale Klar-Gesang von Sänger und Basser Valerio wirkt anfangs etwas amüsant, mit der Zeit fängt man aber an, sich daran zu gewöhnen und lernt dessen charismatische Wirkung zu schätzen. Die Shouts von Gitarrist Sandro hingegen wissen direkt zu gefallen und bieten ein sehr gutes Gegengewicht. Dabei vernachlässigen die beiden keineswegs ihre Saiteninstrumente und unterlegen damit zusammen mit dem zweiten Gitarrero Alessandro ihre Sangeskünste mit netten Riffs in angemessenem Tempo. Ein weiterer Alessandro ist am Schlagzeug zu finden und verdient sich die Erwähnung nicht aufgrund der Namensgleichheit, sondern durch den gekonnten Umgang mit seinem Instrument, was er Lied um Lied unter Beweis stellt. Dieses Können der vier Jungs aus dem Land des amtierenden Fußballweltmeisters ist in 10 Songs verpackt, die sich allesamt sehr gut hören lassen können. Während Titel wie „Paralyzed“ oder „The Answer“ eher schwermütig daherkommen, wird mit „Get on the Dancefloor“ auch für Spaß und Tanzfreude gesorgt, oder im Gegenzug mit der Ballade, dem Titelsong „Faded Lights“, auf die Gefühle abgezielt. Die große Gemeinsamkeit der Kompositionen ist, dass man große Emo-Anteile nicht leugnen kann – aber AIRWAY machen auch keinerlei Anstalten, das vertuschen zu wollen (warum auch) und bedienen sich aus der prallgefüllten Klischeekiste nur zu gern und auf wohlklingende Art und Weise. Mit „Springtown“, „Get on the Dancefloor“ – die in den Diskos die Tanzflächen fluten dürften -, der Titel-Balade und dem Ohrwurm-Song „Find It All“ mit Gastvokalist Brian von VANILLA SKY fährt der Longplayer reichlich Hitpotential auf, um die traurigen Herzen der Freunde von emotionalem, modernen Metal höher schlagen zu lassen.

AIRWAYs „Faded Lights“ ist ein wirklich gelungenes Debüt, das zwar keine wirkliche Innovation dafür aber eine Menge guter Musik im Stile von beispielsweise UNDEROATH bietet. Die Songs haben trotz der vielen typischen Elemente des Emocore-Genres alle einen gewissen Wiedererkennungswert und ihren eigenen Charme, von dem sich vor allem – aber nicht ausschließlich (!) – die schwarzhaarigen Scheitelträger unter euch verzaubern lassen sollten!
Alexander Vogt

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AIRWAY stehen für italienischen Emo-Rock und sind seit Ende 2005 in Sachen Musik unterwegs, wenngleich die Herrschaften bereits seit 1999 unter anderem Namen aktiv sind. Inzwischen haben Valerio Morossi (Bass, Vocals, Screams), Sandro Cisolla (Guitar, Backing Vocals, Screams), Alberto Mono (Guitar, Backing Vocals) und Alessandro Carlozzo (Drums) aus Treviso ihr Debütalbum „Faded Lights“ draußen, das auch den Weg in meinen CD-Player gefunden hat.

Mit „Wake Up“ startet das Quartett dann auch gleich in bester Screamo-Manier, wobei AIRWAY auch den cleanen Gesang keinesfalls außer Acht lassen. „My Revenge“ schließt sich nahtlos und mit fetten Gitarrenwänden an, die bei „Paralyzed“ von hypnotischen Akkorden und eingängigen Melodiebögen abgelöst werden. „Get On The Dancefloor“ lautet die Aufforderung beim folgenden Song. Damit ist allerdings eher eine Einladung zu einem ausgelassenen Mosh Pit gemeint, denn es bleibt druckvoll und schnell. Dafür zeigt sich „The Answer“ von einer sanfteren Seite, was jedoch nicht heißt, dass au Geschrei und krachende Langäxte verzichtet wurde. „Sinkin’ Down“ zelebriert klassischen Ful-Speed-Metal-Sound mit Screamo-Midtempo-Applikationen, die bei „Springtime“ die Oberhand gewinnen. „On My Own“ tobt stattdessen im höhertourigen Segment, bleibt aber seltsam unentschlossen. Der Titeltrack „Faded Lights“ erfüllt die Kuschel-Quote, ohne wirklich Eindruck zu machen und gibt ab an „Find It All“, mit dem AIRWAY noch mal auf ihr Kerngebiet zurückkehren.

Die Italiener legen durchaus einen energiegeladenen Start hin, zum Ende hin geht ihnen aber leider ein bisschen die Puste aus. Potenzial ist erkennbar, wollen wir mal sehen, was wir von der Kapelle noch in Deutschland hören.
ump

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