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AJJ - Good Luck Everybody

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Artist AJJ
Title Good Luck Everybody
Homepage AJJ
Label SPECIALIST SUBJECT RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Die in Phoenix/Arizona beheimatete und 2004 gegründete Folk-Indie-Punk-Combo AJJ hat lange auf ihr siebtes Studioalbum „Good Luck Everybody“ warten lassen. Ist doch der Vorgänger „The Bible 2“ bereits 2016 veröffentlicht worden. Vielleicht hätte der Silberling auch schon vor elf Monaten erscheinen können, aber das Quartett um die beiden Bandgründer Sean Bonnette (Gesang) und Ben Gallaty (Bass) wollte mit „Good Luck Everybody“ allen Fans adäquate Neujahresgrüße zukommen lassen?!? Nun wäre dies am VÖ-Datum 17.01.2020 allerdings auch nicht mehr ganz knigge-konform, sodass wir mal davon ausgehen, dass die Jungs aus Amiland die Zeit einfach brauchten.

Wie beim sechsten Streich verteilen die Herrschaften elf Songs auf knapp 30 Minuten. Und auch auf Silberling #7 klingen AJJ dabei ganz und gar nicht gehetzt. Im Gegenteil: wer bei diesen Parametern am knackigen Punk denkt, wird die Kapelle zumindest stilistisch nie so weit weg von diesem Genre erlebt haben. In Hinblick auf die Texte sieht die Sache schon ein wenig anders aus: was wie die punkige Antwort auf (zu) langes Scrollen durch Social Media Feeds anmutet, kommt im luftigen Indie-Folk-Gewand daher (beispielsweise beim „Body Terror Song“) , mitunter findet sich auch ein dezenter Bluegrass-Einschlag (vgl. den „Normalization Blues“), während „No Justice, No Peace, No Hope“ mit dramatischen Piano-Akkorden um Aufmerksamkeit bittet. Auch Mr. Trump hat einen Track verehrt bekommen! „Psychic Warfare“ heißt die opulente Nummer, die vermutlich wohl nicht nach dem Geschmack von Mr. President sein wird. Wollten uns AJJ nicht alles Gute wünschen? Dafür lässt sich der Vierer bis zum finalen „A Big Day For Grimley“ Zeit, um dem Hörer dann zumindest bei der beginnenden Apokalypse musikalisch das Händchen zu halten und singend und pfeifend dem Untergang entgegen zu gehen.

Fans der ersten Stunde werden „Good Luck Everybody“ möglicherweise nicht so sehr lieben. Wer den Einstieg in die AJJ-Diskografie jedoch erst mit „The Bible 2“ vollzogen hat, wird hingegen die Anknüpfungspunkte erkennen und mit fluffigen Sounds zu derben Texten belohnt.

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