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ALEX CAMERON - Jumping The Shark

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Artist ALEX CAMERON
Title Jumping The Shark
Homepage ALEX CAMERON
Label SECRETLY CANADIAN
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

„Jumping The Shark” ist das Langspiel-Debüt des Australiers ALEX CAMERON, der sich die Achtziger Jahre mit ihren Synthies und scheinbar minimalistischen Arrangements auf die Fahnen geschrieben hat. Wer an dieser Stelle an DAVID BOWIE denkt, liegt nicht ganz verkehrt, aber auch Avantgardist John Maus (ARIEL PINK) hat seine Spuren hinterlassen. Begleitet wird Mr. Cameron bei seiner musikalischen Seelenschau von seinem Geschäftspartner und Saxofonisten Roy Molloy; beide sind schon seit jungen Jahren im Show-Biz unterwegs, wenngleich mir die Herren bislang nicht untergekommen sind.

Das hat sich nunmehr mit „Jumping The Shark“ geändert und zunächst einmal sollte man vielleicht festhalten, dass man sich nicht vom Cover irre führen lassen sollte. Erstens ist der gute Alex noch lange nicht so alt, wie er auf dem Foto aussieht und zweitens hat der Sound absolut nichts mit den Siebziger Jahren zu tun – auch wenn Frisur, Brille und Hemdkragen diese Vermutung nahe legen. Stattdessen gibt es reduzierte, düstere Elektroklänge zu hören, die ein „Happy Ending“ gefühlt in weite Ferne rücken lassen. In diesem Sinne schließt sich auch „Gone South“ an, ehe „Real Bad Lookin’“ ein wenig beschwingter übernimmt und „The Comeback“ flirrende Synthesizer-Tonfolgen rausschickt. Das erinnert dann durchaus ein bisschen an die gute alte Bontempi-Orgel, manchmal reicht halt auch das kleine Besteck… „She’s Mine“ kommt etwas verquerer daher und dass die Herren Cameron und Molloy einen Song präsentieren, der „The Internet“ heißt, macht insofern Sinn, als dass die beiden sich selbst als „the online cowboys in the Wild West days of the World Wide Web“ bezeichnen. Aus der Ruhe bringen lässt sich ALEX CAMERON an dieser Stelle allerdings auf gar keinen Fall, dafür bringt „Mongrel“ einige tanzbare Aspekte mit und mit dem finalen „Take Care of Business“ steht noch mal eine schwermütige Eighties-Essenz in Slow Motion auf dem Programm.

Nein, massentauglich ist „Jumping The Shark“ sicher nicht. Den Silberling würde ich auch nicht unbedingt auf einer Achtziger-Motto-Party laufen lassen. Dafür versprühen die acht Lieder aber eine gehörige Intensität und nennen wir es mal positive Melancholie.

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