Band Filter

ALEXISONFIRE - Old Crows/ Young Cardinals

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ALEXISONFIRE
Title Old Crows/ Young Cardinals
Homepage ALEXISONFIRE
Label ROADRUNNER
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.6/10 (8 Bewertungen)

Dass ALEXISONFIRE eine ziemlich geile Band ist, dürfte nicht nur durch den Namen (benannt nach der Erotikdarstellerin Alexis Fire), sondern vor allem durch Knaller-Alben wie „Watch Out“ und „Crisis“ besonders in Post-Hardcore-Gefilden mehr als bekannt sein. Und auch wenn der nun neueste Streich wieder für prickelnde Hörgenüsse sorgt, geht es trotz eines Albumtitels wie „Old Crows/ Young Cardinals“ nicht nur ums… äh, ich meine… um Vögel.

Das Warten auf das gute Stück hat sich durchaus gelohnt, die Erektion der Ohren lässt bei Kompositionen wie den beiden eröffnenden Titeltracks und dem folgenden „Sons Of Privilege“ nicht lange auf sich warten. Lädt der Refrain vom leicht sperrigem „Old Crows“ umgehend zum Mitgröhlen ein, wird bei „Young Cardinals“ eher die Groove-Schiene gefahren und gefällt so durch Eingängigkeit und Lockerheit. Wie immer stellt der Cleangesang von Dallas Green eins der absoluten Highlights dar, so auch bei einem meiner persönlichen Lieblingssongs der Scheibe, wie erwähnt: „Sons Of Privilege“. Hier hebt er den ohnehin schon ganz oben stehenden Titel im letzten Drittel mal locker nicht nur eine Stufe, sondern gleich eine ganze Treppe höher! Auch Wade McNeil als nunmehr zweiter gitarrenspielender „Zusatzsänger“ tritt vermehrt mit seiner rauen Stimme in den Hörbereich des Rezipienten. Ebenfalls auffällig ist, dass die Shouts von Frontröhre George Pettit nicht mehr ganz so biestig und energisch wie bei dem älteren Liedgut erklingen, sondern sich stattdessen eher als ein heiser-raues Geschimpfe äußern. Mir persönlich gefielen an dieser Stelle die Shouts eigentlich besser, da damit neben dem Cleangesang und der ohnehin schon rauen Variante von Wade ein noch größeres Spektrum an Varianz geboten werden konnte, doch zum einen bleiben sie ja bei Stücken wie „The Northern“ nicht ganz außen vor, und zum anderen gewöhnt man sich irgendwann auch an diesen nun aktuellen Stand der Dinge. Was die Instrumentenfraktion angeht, bleiben sich die Kanadier glücklicherweise selber absolut treu und fahren mit schicken Indie-Melodien und corigem Drive auf, womit die typische ALEXISONFIRE Mischung aus Melancholie und Losgelöstheit verbreitet wird. Meiner Meinung nach in dieser Art einzigartig und zusammen mit dem variantenreichen Gesang und den genialen Texten einfach perfekt! Seien es ruhigere Kompositionen wie das balladeske „Burial“ oder Kracher wie „Heading for the sun“, die direkt nach vorne ziehen – „The Only Band Ever“ hat den Bogen einfach raus und eindeutig das Gespür für abwechslungsreiche Klangwerke mit Hit-Charakter-Garantie.

„Old Crows/ Young Cardinals“ sorgt gleich für eine ganze Serie von Höhepunkten, insgesamt elf an der Zahl, wobei man nach den fast 43 Minuten einfach nicht anders kann, sie sich erneut zu gönnen. Zwar bedarf es einem längeren Vorspiel, bis man sich dem Liedgut völlig hingeben kann, spätestens dann aber schalten die Glücksgefühle auf Dauerstrom. Die beiden Titelsongs, „Sons Of Privilege“ „Midnight Regulations“ und wie sie nicht alle heißen – als Tipp kann man fast die ganze Tracklist hier aufführen. Auf Platte schon großartig, besitzen die Stücke ein enorm hohes Live-Potential; allen voran „Accept Crime“ wird keine Halle erschütterungsfrei lassen. Es wird nicht leicht sein, die Setlist für die nächste Tour anzufertigen, wenn man auf der einen Seite schon massig Hits vorweisen kann, zu denen sich nun auf der anderen Seite weitere elf in gleicher Güteklasse aufdrängen. Ich denke, niemand auf Seiten der Fans hätte etwas gegen ein 3 Stunden Set. Wieder einmal wissen ALEXISONFIRE zu begeistern und werden somit nicht zum ersten Mal in ihrer Heimat Platin-Scheiben noch und nöcher abgrasen; und nicht nur dort sollte ihnen der verdiente Erfolg sicher sein. Eine Scheibe, die jedem Player lächelnd den Wunsch nach „der Zigarette danach“ aufdrängt – wobei „danach“ noch seeeehr lange dauern kann! Einmal ge… hört, nie mehr gestoppt.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

ALEXISONFIRE - Weitere Rezensionen

Mehr zu ALEXISONFIRE