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ALGHAZANTH - The Polarity Axiom

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Artist ALGHAZANTH
Title The Polarity Axiom
Homepage ALGHAZANTH
Label WOODCUT RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Die Wette wird Luxi Lahtinen wohl verlieren! Mit eindeutigen und harten Worten prophezeite der Redakteur des Internetmagazins metalrules das Ende von ALGHAZANTH noch vor dem Jahr 2005, doch jetzt rückt diese Zahl immer näher und die Finnen sehen nicht gerade so aus, als wollten sie ihren unheiligen Kreuzzug ad acta legen. Auslöser für die harsche Kritik war das enttäuschende „Subliminal Antenora“, von dem sich heute sogar die Band selbst distanziert. Mit der Schamesröte im Gesicht nahm man den Nachfolger „Osiris“ auf und landete einen Überraschungserfolg – kreativ genug, um der Kritik einige erste positive Worte aus der Feder zu locken und kommerziell genug, um Woodcut Records zu einer Verlängerung des Vertrags zu bewegen. „The Polarity Axiom“ ist nun so gut geraten, dass sich die Sturheit auf Seiten der Musiker und die Treue des Labels vollends bezahlt machen könnten.

Das Album ist nämlich das gelungene Doppelpaket aus Eingängigkeit und Härte, auf welches man viel zu lange warten musste. Der drummende Bandkopf Gorath, der im Gefüge Richtlinienkompetenz genießt, hat schon mehrfach darauf bestanden, dass er seinen Weg gehen wird, egal was andere davon halten. Man präsentiere sich optisch wie IMMORTAL? Das tun doch alle! Man könne leicht in die Poser-Metal Schublade abgeschoben werden? Na und! Wenn Keyboards dazu dienen können, einen Song stärker zu machen, dann dürfe man sich dieser Möglichkeit nicht mit der Furcht vor Repressalien aus dem Lager der alten Schule entziehen. Gleiches gilt für die Produktion, die glänzt wie die frisch polierte Motorhaube eines Pontiac Firebirds, aber zugleich mit einer tiefen, bedrohlich Sehnsucht lockt. Es ist ja auch eine Frage der richtigen Wortwahl – ALGHAZANTH sind nicht symphonisch und episch, sondern majestätisch und komplex. Ihre Melodien öffnen sich nicht wie eine Blume im Frühling, sondern umklammern die pechschwarze Rhythmusmaschinerie und fetten sie ein wie Schmieröl. Sicherlich stehen sie mit diesem Ansatz nicht allein auf weiter Flur, doch bleibt es ihr kleines Geheimnis, wie sie es schaffen, derart knüppeldick aufzuspielen, ohne dabei ein Quentchen Hymnik opfern zu müssen. Das bereits im Titel eingebundene Polaritätsaxiom schlägt sich also in der Musik nieder, verleiht ihr eine ganz eigentümliche Spannung. Der südliche Pol lässt eine lässt eine Verbundenheit mit den Schweden von DAWN vermuten, wenngleich diese sicherlich mehr Wert auf eine geschlossene Atmosphäre und weit ausgesponnene Klanglandschaften legen. Nähert man sich hingegen dem frostigen Nordpol, begegnet man einem Brechstangen-Black räudigster Gattung, den selbst traditionsversessene Kollegen nur in ihren dunkelsten Momenten umzusetzen vermögen. Zugegebenermaßen reißen die Synthesizer das Album allmählich an sich und wartet das Finale gar mit gigantisch geschmetterten Männerchören auf. Doch selbst der Flirt mit Pop und Pomp geht glimpflich aus, weil die Qualität der Stücke die Mittel rechtfertigt.

Vielleicht musste sich die Band erst in ihre Bestandteile zerlegen, ehe man voll durchstarten konnte. Unter einigen anderen gehörte zum Beispiel auch Veilroth zunächst der Kreativzelle an und dessen Abschied führte alleine in diesem Jahr mit neuen Alben von BEHEXEN und CALVARIUM zu zwei mehr als nur soliden Leistungen. Doch „The Polarity Axiom“ übertrumpft beide mit Leichtigkeit. Melancholie, Hass und süßes Leiden durchziehen dieses Album, das darüber hinaus mit exzellenten Texten aufwartet. Wetten, dass ALGHAZANTH auch im Jahr 2010 noch unter uns sein werden?

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