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ALICE COOPER - Raise The Dead – Live From Wacken (2-CD/ DVD)

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Artist ALICE COOPER
Title Raise The Dead – Live From Wacken (2-CD/ DVD)
Homepage ALICE COOPER
Label UDR
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Von jedem Exemplar, das vom hier beschriebenen CD+DVD-/ Blu Ray-Set verkauft wird, geht 1 Euro in die Kasse der Wacken Foundation, welche sich für die Förderung junger Künstler einsetzt. Somit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Unterhaltung und der gute Zweck.

Die Liveaufnahme kommt im Set mit 2 CDs und einer DVD bzw. einer Blu Ray daher. Inhaltlich sind sie absolut identisch, auch in dem Sinne, dass die CDs genau das wiedergeben, was man auf dem Film sieht, nur eben ohne Bild. Wer nun aber ALICE COOPER kennt (und das dürfte so ziemlich jeder Leser sein), weiß, dass seine Liveshows ohne visuelle Wirkung nur halb so viel taugen. Alice ist der Theatermensch unter den Rockern. Seine ursprüngliche Schülerband wurde mit einfachem Garagenrock und billigen Splattereffekten bekannt. Sie schockten, sie provozierten, sie gingen in die Geschichte ein. Heute ist ALICE COOPER, der im Laufe seiner Karriere den Namen seiner Band angenommen hat, weil es eh niemand auseinanderhalten konnte, als Solokünstler unterwegs. Seine Bandmitglieder wechseln gerne, doch sind Bassist Chuck Garric und Gitarrist Ryan Roxy doch seit einer beachtlichen Zeit dabei. Alice hat gerne weibliche Gitarristinnen mit auf der Bühne, aktuell wäre das Nita Strauss. Beim Wacken 2013 war es jedoch noch die Australierin Orianthi. Diese drei, zusammen mit Tommy Henriksen und Glen Sobel, bilden die spielfreudige, optisch fast an Cooper heranreichende Basis der Liveshow. 22 unauffällig ineinander übergehende Songs lang halten sie ihre Energie aufrecht.

Der Aufbau der Show ist interessant. Sie beginnt bei Tageslicht und als „normales“ Rockkonzert auf der fast unveränderten Black Stage. Gespielt werden unter anderen „No More Mr. Nice Guy“, „Billion Dollar Babies“, „Hey Stoopid“ und „Dirty Diamonds“. Cooper fährt also viele große Hits aus allen Dekaden auf. Die Lichtverhältnisse wechseln und damit auch Outfit und Setting. Ab „He’s Back (The Man Behind The Mask)“ legt Alice so richtig mit seiner Show los. Der Höhepunkt dieser ist natürlich die berühmte Guillotine. Aufgepeppt wird das Spektakel von der makabren Zombie-Krankenschwester Nurse Rozetta, welche den armen Alice mit zwei Messern ersticht und dann wie ein Tier das Blut von der Klinge leckt. Ist natürlich alles gefakt, doch es hat seinen Grund, warum die DVD einen FSK12-Sticker hat. „Ballad Of Dwight Fry“ haut mit Alices Schauspieltalent ziemlich von Hocker, davor durfte zu „Feed My Frankenstein“ ein überlebensgroßes Frankensteinmonster über die Bühne wandern. Bei „Killer“ fällt der Kopf, zu „I Love The Dead“ werden die alten Grabsteine ausgegraben und dann legt Cooper den großen Clou hin: Er singt „Break On Through“ von den The Doors, lässt dazu den vermeintlichen Grabstein von Jim Morrison an die Wand hängen und covert gleich darauf „My Generation“ von „The Who“, das mitunter die Zeile „I hope I die before I get old“ beinhaltet. Ein richtiges Drama, basierend auf wahren Begebenheiten, was er sich da ausgedacht hat. Und Alice sollte froh sein, dass er noch lebt. Man will es auch nicht so richtig glauben, dass dieser Mann bereits in seinen Sechzigern ist. Dafür springt er ganz schön fit über die Bühne. „I’m Eighteen“ entspricht ergo nicht mehr so ganz der Wahrheit. Einzig die Stimme lässt leicht nach gegen Ende, aber was will man bei anderthalb Stunden Programm erwarten?

Die Sache wird abgerundet durch den Megaerfolgshit „Poison“ (Begeisterung beim Publikum, Alice müsste praktisch nicht mehr selbst singen) und einen Mix aus „School’s Out For Summer“ und PINK FLOYDs „Another Brick In The Wall“ als kunterbunte Zugabe. Bälle, Konfetti, Kunstblut, Glitzer, Seifenblasen und noch einmal die katzenaugen-Krankenschwester. Ende einer Show, in der niemals Reden geschwungen wurden, sondern immer nur großes Theater geboten wurde. Dementsprechend verabschiedet sich der Meister auch mit: „And playing the part of Alice Cooper tonight – me!“

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