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ALICE MERTON - Mint

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Artist ALICE MERTON
Title Mint
Homepage ALICE MERTON
Label PAPER PLANE RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Vor ziemlich genau zwei Jahren haben wir zum ersten Mal über ALICE MERTON berichtet. Damals hatte die heute 25-jährige gerade ihre erste Single „No Roots“ auf ihrem eigenen Label Paper Plane Records veröffentlicht. Inzwischen hat der Song Platin-Status in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Polen und in der Schweiz. Das bedeutet mehr als eine Million verkaufte Tracks, über 300 Millionen Streams und Top-10-Platzierungen in mehr als zehn Ländern. Und jede Menge Druck, wenn es um die erste Langrille geht, denn wenn man gleich auf einem solchen Niveau startet, ist die Fallhöhe natürlich nicht ohne.

Inzwischen ist der Langspiel-Erstling „Mint“ bis auf Position 2 gechartet, die Plattenkäufer haben sich also bereits eine Meinung gebildet und auch ich kann den Silberling uneingeschränkt jedem empfehlen, der auf temperamentvollen Pop mit Ohrwurm-Garantie steht. Dabei muss das energiegeladene „No Roots“, das an dieser Stelle selbstverständlich nicht fehlen darf, wohl nach dem Airplay der letzten beiden Jahre nicht mehr extra vorgestellt werden. Starten wir stattdessen ganz vorn mit dem Opener „Learn To Live“. Diese musikalische Kampfansage an das Leben glänzt mit abwechslungsreichen Gute-Laune-Melodien und Alice‘ ausdruckstarker Stimme, die auch dem nachfolgenden „2 Kids“ den besonderen Schmelz verpasst. Die Nummer ist eine ebenso schillernde wie emotionale Ode an die Freundschaft zwischen ALICE MERTON und ihrem besten Freund, jetztigem Manager und Firmen-Mitinhaber Paul Grauwinkel, den sie an einer Bushaltestelle kennengelernt hat und mit dem sie während ihrer Zeit an der Mannheimer Popakademie Teller in einem Altenheim gespült hat, um die Reisen zu den Aufnahmesessions nach Berlin zu finanzieren. Mit viel Groove berichtet sie wenig später mit „Funny Business“ über das wechselhafte Popstar-Leben, ehe „Homesick“ das vermaledeite Heimweh mit rhythmusbetonten Tonfolgen besiegt. Übrigens dürfte dieses Gefühl Fräulein Merton tatsächlich nicht fremd sein, denn sie ist in ihrem Leben wahrlich viel rumgekommen. In Frankfurt als Tochter einer Deutschen und eines Iren geboren, wuchs sie in den USA, Kanada, Deutschland und England auf und ist dabei vermutlich deutlich häufiger umgezogen als der Durchschnittsbürger. Ans Herz gelegt sei dem geneigten Hörer außerdem das absolut mitreißende „Lash Out“, das zurecht bereits als Single ausgekoppelt wurde. Der Kontrast zum sich anschließenden „Speak Your Mind“ könnte nicht größer sein, denn hier haben wir es mit dem nachdenklichsten Stück des Longplayers zu tun, welches es aber nicht am nötigen Drive fehlen lässt und so ebenfalls gefangen nimmt. Einem Freund, der sie einst im Stich gelassen hat, wurde das treibende „I Don’t Hold A Grudge“ verehrt – übrigens mit der Ankündigung per Mail, dass er einen eigenen Song erhalten würde. Nun, zumindest ist es eine coole, absolut tanzbare Nummer, die da quasi auf seine Kappe geht. Als klassische Ballade grüßt derweil „Honeymoon Heartbreak“, bei dem wieder ein wenig LANA DEL REY durchblitzt (vgl. „Lie To My Face“ von der EP „No Roots“), bevor „Trouble In Paradise“ abermals mit viel Druck und Pop-Appeal nach vorn und auf den Dancefloor drängt.

„Why So Serious“ fragt ALICE MERTON auf der Zielgeraden und verrät möglicherweise gleichzeitig ihr Lebensmotto. Zumindest versteht sich die Dame hervorragend darauf, auch traurige Themen in derart positive Lieder zu packen, dass man gar nicht anders kann, als gute Laune zu bekommen. Im Übrigen wird sie die Popakademie mit Bestnoten abgeschlossen haben, denn sein Handwerk versteht dieser umtriebige Wirbelwind ebenfalls. So serviert „Mint“ perfekten Indie-Pop, der selbst in Dauerschleife nicht langweilig wird. Besser kann ein Debüt gar nicht klingen.

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