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ALIEN SEX FIEND - Information Overload

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Artist ALIEN SEX FIEND
Title Information Overload
Label LUCE MUSIC
Veröffentlichung ..
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Ihren Rang als Vorreiter und Pioniere kann und will man ihnen gar nicht abnehmen, doch ist es mit dem Weitermachen nach vergangenen Großtaten eine zweischneidige Angelegenheit: Manchmal muss man durch das Tal gehen, um neue Hügel zu erklimmen (siehe hierzu: BOB DYLAN, NEIL YOUNG oder vielleicht in diesem Zusammenhang etwas zutreffender TANGERINE DREAM), manchmal jedoch kann es nicht schaden, den Ausblick so lange zu genießen, wie es geht und sich dann guten Gewissens in eine Herberge einzuquartieren, in der man seinen Lebensabend in Ruhe oder mit einer anderen Beschäftigung ausklingen lassen kann. Vielleicht ist letztere Option für ALIEN SEX FIEND die bessere.

Was hat diese Band denn noch vorzuweisen? UNDERWORLD haben den göttlichen Groove und den Rausch der Ekstase, die CHEMICAL BROTHERS die Griffigkeit und den Pop-Appeal, MEAT BEAT MANIFESTO die Militanz und die Aggression. Die Fiends haben nur noch die Politik. Und auch dort hinken sie den Entwicklungen eklatant hinterher. Den Overkill des digitalen Zeitalters anzuprangern, die hedonistische „Ich will Alles!“-Einstellung zu verurteilen und sich staatlicher Bevormundung zu widersetzen geht in Ordnung, ist jedoch ein alter Hut und als solches freundlich gesagt harmlos und überflüssig – DURAN DURAN jedenfalls (von allen Gruppen dieser Welt!) sangen schon vor über zehn Jahren „Too much information!“ und nicht rein zufällig wird hier im elfminütigen (und besten) Stück „Kiss Arse“ ausgiebig aus Orwells „1984“ zitiert. So staubig die Thematik, so antiquiert die Musik, die sich wild samplend und mit böllernden Beats um Druck und Kraft bemüht, dabei jedoch zu pompös um ihrer selbst willen bleibt, ganz so, als seien die Handschellen aus weltraumfähigem Titan, jedoch zwei Nummern zu groß. Fesseln kann man mit diesen ziellos und viel zu lange vor sich hin mäandernden Exkursionen in die berühmte graue Zone jedenfalls wohl nur den verdienten und eigentlich geschmackssicheren Ecki Stieg, der hier ein begeistertes und deshalb realitätsfernes Presseinfo verfasst hat.

Es ist bezeichnend, dass die schönsten Momente auf „Information Overload“ genau dann stattfinden, wenn man einen Gang zurückschaltet, ganz minimalistisch die „Voices in my Head“ erklingen lässt, einen entspannten Psycho-Dub anstimmt oder auf „Motherfucker Burn“ die Akustische anstimmt. Doch auch das haben andere schon besser hinbekommen. Das Ironische an dieser Platte, welche den zu umfangreichen und mediokren medialen Ausstoß kritisiert: Sie ist selbst Teil davon.

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