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ALPHAVILLE - Eternally Yours

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Artist ALPHAVILLE
Title Eternally Yours
Homepage ALPHAVILLE
Label NEUE MEISTER
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ALPHAVILLE, der größte deutsche Synthie-Pop-Export und Schöpfer der legendären 80s-Hymnen „Big In Japan“, „Sounds Like a Melody“ und „Forever Young“, wagen den Schritt ins Symphonische. Die Combo greift zum ganz großen Besteck und katapultiert die größten Hits aus fast 40 Jahren Band-Geschichte vom Sound der Synthesizer und Rhythmusmaschinen in die Welt der menschlichen Klangmaschine Symphonieorchester. „Eternally Yours“ ist dabei mehr als eine bloße Übersetzung der Songs in das Klangspektrum eines großen Orchesters. Es ist vielmehr eine Symbiose zwischen Marian Golds einzigartigen stimmlichen Fähigkeiten, dem originären ALPHAVILLE-Sound und dem majestätisch kraftvollem Facettenreichtum des großbesetzten DEUTSCHEN FILMORCHESTER BABELSBERG.

23 Stücke finden sich auf dem Doppelalbum und natürlich bringt die exaltierte Stimme von Fronter Marian Gold genügend Dramatik mit, um neben der großen Orchestrierung bestehen zu können. Mir persönlich gefallen die Bearbeitungen am besten, bei denen auch der ursprüngliche Song bereits eine gewisse Opulenz mitbringt. Bestes Beispiel ist hier zweifellos „Sounds Like a Melody“. Die Nummer gibt es deshalb vielleicht auch gleich in mehreren Varianten zu hören: in der intimen Chamber Version, als überbordende Single Edit und in der Albumdarreichungsform, wobei sich die beiden letztgenannten für mich nicht wesentlich unterscheiden. „Big In Japan“ grüßt zusätzlich in der „Bassroque Version“, die ich ob ihres Wumms den beschwingten Streichern von CD1 vorziehe. Auch hier gibt es eine Single Edit, die viel Schwung mitbringt. „Forever Young“ ist nicht nur der Name des ALPHAVILLE-Debüts von 1984, das sich mehr als 1,5 Millionen Mal verkaufte und damit die erfolgreichste Platte der Münsteraner, sondern auch Titel eines ihrer größten Hits. Hier vertreten mit einem reduzierten „Petit“-Arrangement, der Single-Edit und der Album-Version, die beide vergleichsweise nahe am Original bleiben.

Wobei für den 68-jährigen Marian Gold die symphonischen Bearbeitungen die wahren Wurzeln sind: „’Eternally Yours‘ klingt in meinen Ohren daher tatsächlich so, als handelte es sich in Wirklichkeit um das erste ALPHAVILLE-Album – nur, dass es vor vierzig Jahren nicht veröffentlicht wurde. Wir hatten damals eben kein Orchester zur Hand, sondern ’nur‘ Synthesizer und Rhythmusmaschinen.“ Erwähnt seien neben den Smashern aber auch die leiseren Tracks wie „Around The Universe“ und natürlich der Titelsong „Eternally Yours“, der wahrlich alle Register zieht und die James-Bond-Nummer „Diamonds Are Forever“, die zweifellos cinemascopische Ausmaße hat. Im nächsten Jahr feiern ALPHAVILLE 40-jähriges Bestehen, wobei von der Gründungsmannschaft allerdings nur noch Mastermind Marian Gold dabei ist. „Eternally Yours“ ist auf jeden Fall das passende Vorab-Geschenk für die Fans eine stimmige Weiterentwicklung des ALPHAVILLE-Sounds, das auch den Hörgewohnheiten derAnhängerschaft der ersten Stunde entgegen kommen wird, die langsam ebenfalls in die Jahre gekommen, sich oftmals auch an klassischen Melodien symphonischer Ausprägung erfreuen kann.

Nachdem ALPHAVILLE anfangs von Konzerten und Live-Performance nichts wissen wollten, weil sie sich nach eigenem Bekunden für ‚Studioratten‘ hielten, begannen sie ab 1993 (als sich auch ihre Instrumente besser beherrschten) auf Tournee zu gehen und werden ab dem kommenden Frühjahr auch „Eternally Yours“ gemeinsam mit dem DEUTSCHEN FILMORCHESTER BABELSBERG auf den Bühnen der großen deutschen Konzerthäuser und Philharmonien zum Besten geben. Bis dahin empfehle ich die Silberlinge und Vinyl-Angebote, die es in verschiedenen Ausprägungen beim Platten-Dealer des Vertrauens gibt.

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