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ALVIN ZEALOT - Tears of St. Lawrence

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Artist ALVIN ZEALOT
Title Tears of St. Lawrence
Homepage ALVIN ZEALOT
Label GOLDON
Leserbewertung
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7.9/10 (23 Bewertungen)

Wer sagt denn, dass europäische Indie-Bands immer aus Großbritannien oder Skandinavien kommen müssen? Schließlich gibt es ja auch noch die Schweiz, in der vier Jungs groß geworden sind, die im letzten Jahr Abitur und ihre erste Platte gemacht haben. Die 21-jährigen haben sich den Namen ALVIN ZEALOT und ihrem Debüt den Titel „Tears of St. Lawrence“ gegeben. ALVIN ZEALOT ist zudem das imaginäre fünfte Mitglied der Combo, das in den 13 Songs allerlei Abenteuer zu bestehen hat.

Musikalisch sind die Eidgenossen irgendwo zwischen den ARCTIC MONKEYS und FRANZ FERDINAND unterwegs. Dabei wird nicht einfach abgekupfert, sondern mit viel Herzblut und erstaunlichem Können gerockt. Das zeigt sich bereits beim facettenreichen Opener „Bricks Over Bricks“, dem mit „Straight Ahead, Johnnie!“ ein schrammeliger Garagen-Song folgt, ehe es die Jungspunde bei „Timeline & Glasses“ ruhiger angehen lassen. Sich an britischen Traditionen erinnernd, gibt „The Dust And His Massive Chaos“ wieder Gas und beweist weiter Abwechslungsreichtum, der auch beim rotzigen „No Vibration“ erhalten bleibt. Derweil schaltet „It Is All Mine“ noch einmal einen Gang zurück und gefällt mit punktgenauen Sechssaitern und schwedisch angehautem Charme, bevor „Sweet Frankie“ rhythmusbetont Dampf macht. Fast schon soulig groovt „When Flood Crosses Light“ im Midtempo, während „He Swerves“ Platz für ein paar melancholische Momente lässt. „De Jalouse“ lockt stattdessen auf den Dancefloor, wo sich auch „Gravitation’s Fool“ mit leicht reduzierter Schlagzahl wohl fühlt. Bei „Friend Or Foe“ blitzt gar ein Hauch New Wave durch, wohingegen zum guten Schluss mit „Around, Around And Inside“ noch einmal die Langäxte aufjaulen dürfen.

Natürlich können die Schweizer das Rad auch nicht neu erfinden – immerhin haben sie sich ja auch schon diese Ricola-Hustenbonbons und die Löcher im Käse einfallen lassen. Aber zumindest zeigen ALVIN ZEALOT, dass Indie und Alternative auch zwischen jeder Menge Berge zuhause sein kann und keinesfalls altbacken klingen muss. Nette Sounds, die Spaß machen und auf mehr hoffen lassen. Deutschland hat die KILIANS und die Schweiz ALVIN ZEALOT.

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