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AM YETO - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist AM YETO
Title s/t
Homepage AM YETO
Label SLUMLORD RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.2/10 (5 Bewertungen)

Schrammelnde Saiteninstrumente, sägende Riffs und das Bedürfnis, Emotionen möglichst disharmonisch zu verarbeiten, davon träumen viele Rockbands heutzutage. Unter anderem auch AM YETO, deren selbstbetiteltes Post-Rock-Indiewerk sich dennoch so gar nicht nach der britischen Insel anhört. Solls ja auch nicht, das Kollektiv aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Saarland klampft sich hörbar selbstbewusst durch selbst gesteckte musikalische Grenzbereiche.

Der angenehm röhrende Einstand „Natas“ mit seinem verschrobenen Melodieverständnis hört sich an, als würden MODEST MOUSE aus Schottland kommen, demselben Charakter bleibt „Kiss Kill“ verpflichtet. Die folkigen Harmonikasägereien erinnern an die frühen NADA SURF, bewahren sich mit gemächlichem Tempo aber einen selbständigen Eindruck. Lediglich beim FRANZ FERDINAND-Soundalike „A satellite is born“ kann man sich nicht ganz der fröhlichen britischen Tanzmusik erwehren. Textlich sortiert man dafür aber eigene Tagebücher, mit fast schon tragischer Melancholie vereint man die Zeilen „I hate you – I love your face“ in einem Song, die Romantik stets im Nacken sitzend. Auf CD gepresst klingt das noch dramatischer, der Spannungsbogen, welcher bei „Black Choke“ an den Nerven zehrt, bleibt nicht der einzige. Da kann man schon mal nen roten Kopf bekommen, und das liegt nicht an Titeln wie „Fucks about songing“.

„Am Yeto“ bietet ambitionierten, mit großen musikalischen Momenten gespickten Alternativerock. Die Tendenz des Albums weist gegen Ende zwar einen starken instrumentalen Überhang auf, kann mit anfangs gesammelten Bonuspunkten sich dann aber doch die Kaufempfehlungsprämie abholen.

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