Band Filter

AMORAL - Beneath

VN:F [1.9.22_1171]
Artist AMORAL
Title Beneath
Homepage AMORAL
Label SPINEFARM
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.6/10 (14 Bewertungen)

AMORAL melden sich mit „Beneath“, ihrem fünften Album knapp zwei Jahre nach „Show Your Colors“ zurück. Gleichzeitig ist dieser Fünftling auch das zweite mit dem „neuen“ Mann am Mikro: Ari Koivunen. Musikalisch beschreitet man dieses Mal keine neuen Wege und ein Schock wie bei „SYC“ bleibt aus. Entweder haben sich die alten Fans nach und nach mit der neuen Marschrichtung und AMORAL im melodischeren Gewand angefreundet, oder sie werden auch mit „Beneath“ ein Problem haben, denn die Truppe knüpft konsequent dort an, wo man mit dem Vorgänger aufgehört hat.

Wie sicher man sich über die neue Ausrichtung ist und wie sehr der als „Classic Rock“ (Power Metal würde wohl besser passen) bezeichnete Stil nun der Band zu eigen geworden ist, zeigt sich beim beinah 9-minütigen Opener, der gleichzeitig auch der Titeltrack ist und sich als verdammt facettenreich entpuppt. Zuerst gibt’s einen instrumentalen Einstieg, der einen für einen Moment glauben lässt, es kämen gleich Figuren aus „Herr der Ringe“ um die Ecke – episch, getragen, orchestral – bis nach knapp einer Minute die Gitarren einsetzen und auch der Gesang und das Stück an Fahrt aufnimmt und man schlussendlich in aggressivere Gefilde mit härteren Gitarren und Shouts übergeht. Krasser und ziemlich überzeugender Einstieg und irgendwie wirken AMORAL mittlerweile verdammt erwachsen, wenn man das so sagen darf. Im Folgesong „Wrapped in Barbwire“ geht man frischer und geradliniger zu Werke und setzt mit „Silhoutte“ eine Rocknummer nach, die fast schon hymnischen Charakter besitzt. Wem das ein wenig zu seicht war, der wird sich über „(Won´t Go) Home“ freuen, eine Nummer, die zumindest in Ansätzen das ist, was die Band früher einmal ausmachte: eine nette melodische Todesblei-angehauchte Fingerübung. In punkto „aggressiver“ Gesang kann Ari dem früheren Fronter Niko Kalliojärvi nicht das Wasser reichen, jedoch ist deutlich zu merken, dass da jemand (heimlich) geübt hat. Auch eine Ballade darf natürlich nicht fehlen und die wird mit „Closure“ prompt nachgeliefert und das ist dann auch die Art von Musik, bei der die Stimme von Ari am besten zum Tragen kommt. Schnulzig hält nicht lange, denn die nächsten Rocknummern („Same Difference“ und „Hours of Simplicity“) warten bereits. Der eingangs erwähnte Facettenreichtum zeigt sich immer wieder im Verlauf des Albums, wie man bereits gemerkt haben dürfte und so verhält es sich auch beim neunten Stück „Wastelands“, das balladesk ruhig mit Akustikgitarren glänzt. Rockig geht die Scheibe zu Ende, mit dem 7-minütigen, ruhig beginnenden Rausschmeißer „Of Silent Stares And Fire Lost“.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass die Finnen mittlerweile einen völlig neuen Weg eingeschlagen haben, der ihnen gut zu Gesicht steht, wenn man die Vorgängeralben und den völlig anderen Stil im Vergleich zu früher ausblenden kann. Wer nach wie vor die alte Death Metal lastigere Richtung bevorzugt, wird mit den Power Metal-/ 80s Rock-/ melodischen Amoral nicht klarkommen. Allen anderen, die für ein vielschichtiges Werk offen sind, können hier gerne zugreifen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

AMORAL - Weitere Rezensionen

Mehr zu AMORAL