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ANAJO - Hallo, wer kennt hier eigentlich wen?

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Artist ANAJO
Title Hallo, wer kennt hier eigentlich wen?
Homepage ANAJO
Label TAPETE RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Es ist zwar schon ein dreiviertel Jahr her, seit der zweite Longplayer der Augsburger Combo ANAJO erschienen ist, aber die Herrschaften konnten uns als Support der SPORTFREUNDE STILLER so überzeugen, dass wir uns mit „Hallo, wer kennt hier eigentlich wen?“ noch mal etwas näher beschäftigen wollen. Die Band existiert bereits seit 1999 und der Name basiert auf dem Zufall, dass alle drei Mitglieder erklärte Bud Spencer- und Terence Hill-Fans sind. Als ein defekter Fernseher die Buchstaben von „Banana Jo“ auf „ana Jo“ minimierte, war der Bandname geboren.

Musikalisch bewegt das Trio sich auf etwas anderem Terrain und macht melodiösen Gitarren-Indie-Pop, der zum Hören und Tanzen einlädt. Angefangen mit dem Titelsong „Hallo, wer kennt hier eigentlich wen?“, bei dem ANAJO schon mal selbstbewusst klarstellen: „Wir werden es toppen, wir werden zum Star.“ Über knackige Melodien, die „Hotelboy“ untermalen, das ebenso wie „Amsterdam-Mann“ einige homosexuelle Anspielungen enthält, was wohl Sänger und Gitarrist Oliver Gottwald geschuldet sein muss, der offen schwul lebt und für die ANAJO-Texte zuständig ist. Tanzbar geht’s mit „Gleis 7, 16 Uhr 10“ weiter, bevor wir zu „Wenn Du nur wüsstest“ kommen. Mit diesem Track sind ANAJO gemeinsam mit Suzie Kerstgens von KLEE bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest für Bayern angetreten. Mit seinen Keyboard-Sequenzen frisst sich der Song direkt ins Hirn, den Rest besorgt der Gesang von Suzie und Oliver. Rhythmusbetont schließt sich „Herz Ass“ an, bevor „Mein Lieber Herr Gesangsverein“ erneut fröhliche Orgelklänge präsentiert. Auch die „Spätsommersonne“ strahlt freudig-beschwingt aus den Lautsprecherboxen, während „Franzi + 2“ einen cooleren Anstrich verpasst bekommen hat. Leise Töne schlägt „So was passiert“ an. Bleibt die Frage zu klären, wo die „Stadt der Frisuren“ sich genau befindet. Es scheint die Rede von Augsburg zu sein, aber was hat Augsburg mit Frisuren zu tun? Wer nähere Infos hat, möge sich bei mir melden! Ein bisschen nach NDW klingt der Anfang von „Streuner“, dann findet das Trio wieder zurück zum Gitarren-Pop, bleibt nur noch das getragene „Am Anfang“, das einen schönen, gefühlvollen Abschluss der Platte inklusive Gänsehaut-Bläsersatz bietet.

ANAJO haben zweifelsohne eine nette Symbiose aus intelligenten, deutschen Texten und eingängiger, leichtfüßiger Musik geschaffen, die sowohl live als auch als Konserve Spaß macht. Wer sich von den Live-Qualitäten des Dreiers ein Bild machen möchte, kann dies mit der Limited Edition der Langrille tun. Die enthält noch eine Bonus-DVD mit ANAJO auf Tour in Österreich plus dem Videoclip und Making off von „Wenn Du nur wüsstest“.

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