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AND ONE - Bodypop 1 1/2

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Artist AND ONE
Title Bodypop 1 1/2
Homepage AND ONE
Label OUT OF LINE
Leserbewertung
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4.3/10 (10 Bewertungen)

Die Ampel steht wieder auf Orange. Steve Naghavi ist zweifellos ein cleveres Kerlchen mit interessanten Konzert (Geschäfts-) Ideen. Sei es nun die Geschlechtertrennung bei den Jubiläumsauftritten oder die „Bodypop Cover Lover Super Show“-Gastspielreise, die wir natürlich auch in Augenschein nahmen. Passend zu dieser Zeitreise in die 80er erscheint nun ein Addendum zum eigentlichen „Bodypop“-Werk, welches man durchaus kontrovers diskutieren darf. Bereits vor geraumer Zeit als EP angekündigt, sollten eigentlich wesentlich „härtere“ Originale verwurstet werden (NITZER EBB und Co.), auch war nicht unbedingt von Live-Versionen die Rede. Entscheidend ist aber auf dem Plattenteller und so wollen wir das sezieren, was letztendlich in den Regalen steht. 14 Stücke, darunter 9 Coverversionen und 2 sogenannte Urfassungen von bekannten BP-Titeln.

Mit „Love is a Drug Abuser“ sowie „Und wenn“ befinden sich 2 Stücke im bekannten, aktuellen, relativ soften AND ONE-Stil auf der Scheibe, einschmeichelnd und absolut archetypisch. Allerdings auch keine Überhits, auf welche die Fangemeinde nun sabbernd gewartet hätte. „Paddy is my DJ“ ist lyrisch eine nette Hommage und war bereits auf einer limitierten 7inch Vinyl Single zu finden. Dann hätte wir da noch die ursprünglichen Ausarbeitungen von „So klingt Liebe“ (minimaler/ weichgespülter) und „Love you to the End“ (Text-Modifikationen), die wohl eher für fanatische Devotees geeignet sind. So weit, nicht soooo gut. Dann erreichen wir den eigentlichen Kern der VÖ: 9 Interpretationen absoluter 80er Klassiker im Live-Gewand. Wobei „live“ bei einer Electro Formation wie AND ONE sich natürlich „nur“ auf den Gesang bezieht. Und ein paar launige Ansagen und die nicht sonderlich hörbaren Zuschauer-Reaktionen. Leider haben es THE CURE und DEPECHE MODE nicht auf den Silberling geschafft, möglicherweise gab es hier Rechte-Probleme. Dennoch werden zumindest Fans der eingängigen Synthie Pop-Schiene bestens bedient mit u.a. ALPHAVILLE, A-HA, NEW ORDER oder CAMOUFLAGE. Die AND ONE-Handschrift wird durch Naghavis charakteristischen Gesang natürlich sofort spürbar, wenngleich er hier etwas krächziger agiert als man es von Platte kennt. Sehr ehrenwert, dass anscheinend kaum nachbearbeitet wurde, was zwar ein paar Schwächen offenbart („Big in Japan“), aber dafür das Originalfeeling aufrecht erhält. Dazu kommen einige nette homoerotische Anspielungen!

Somit haben wir authentisch schöne Interpretationen schöner Lieder auf der Haben-, ein etwas uninspiriert wirkendes Quintett von „neuen“ Songs auf der Sollseite. Für 80er-Traditionalisten sicher einen Kauf wert und von der AND ONE Stammklientel sollten auf jeden Fall die am Ball sein, die bei der „Ladies Night“ anwesend sein durften…

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