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AND ONE - Military Fashion Show (Single)

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Artist AND ONE
Title Military Fashion Show (Single)
Homepage AND ONE
Label OUT OF LINE
Leserbewertung
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8.7/10 (3 Bewertungen)

Es war nicht einfach, an die neue Maxi von AND ONE ran zukommen, vor dem offiziellen Releasetermin hat kein Magazin oder Rezensent ein Lied zu hören bekommen, es sei denn vorab auf der ORKUS Clubtour. Selbst am 19.05 konnte ich keine CD in den Geschäften auftreiben, also musste ich Geduld zeigen, und jetzt habe ich sie endlich, ein neues Lebenszeichen der wohl bekanntesten EBM-Synthpop-Szenegröße.

AND ONE liefern uns nicht nur eine neue Maxi, nein, Steve Naghavi gibt uns mit dem neugeborenen Namen „Bodypop“ endlich eine Bezeichnung für seine ihm eigene Musikrichtung. Wie weit sich dies verbreitet, und ob er nicht alleine in seiner Welt herrschen wird ist, noch ungewiss. Eines ist aber klar, er bleibt sich selber treu und hat ein paar Songs erschaffen, die nicht 100%iger nach AND ONE klingen könnten: Klare, einfache Drums, verspielte Sounds und ein Basslauf wie in seinen Anfangszeiten, fast ein Selbstplagiat, doch wer, wenn nicht er, hat dazu ein Recht? Deshalb bleibt alles beim Alten, er macht das, was die Fans hören wollen und zelebriert es in gewohnter Perfektion. Tendiert allerdings mehr in die Zeiten des I.S.T. Albums, beim Titelsong „Military Fashion Show“ dachte ich an eine Mischung aus „Body Nerv“ und „Driving with my darling“, wobei die genaue Akzentuierung von der jeweiligen Version („Club Hit“ und „Naghavi’s Re-Something“) abhängt. Egal, klingt nett und ist geeignet auf den Diskoflächen gespielt zu werden, mein Interesse wird allerdings erst richtig ab dem ersten Bonus-Track „Beaty Clown“ geweckt, hier kommt es zu minimalen Abweichungen vom AND ONE Standard, und durch diese Variation können Naghavi und Co. ihre Magie vollends ausspielen, der hypnotisch schöne Gesang zieht einen in seinen Bann und man genießt jede Sekunde dieses „Bodypop“ Meisterwerks, DEPECHE MODE hätten es nicht besser hinkriegen können. Der andere Bonustrack „Computer Star“ markiert eine härtere Gangart, wird in Deutsch gesungen und kann am besten mit „Deutschmaschine“ verglichen werden. Er hat übrigens wieder seinen Spleen für verwirrende Texte ausgegraben und kostet dies in diesem Song bis zur Schmerzgrenze aus. Einen weiteren Song gibt es eigentlich nicht, der Track 5 ist eine Art Reklame für das kommende Album, vom Stil her gemacht wie eine normale Radiowerbung. Einerseits Beschiss, aber in meinen Augen auch das Genialste, was ich seit Jahren im Musikbereich gehört habe. So was Einzigartiges kann natürlich nur von Steve Naghavi stammen, macht nicht nur Lust auf mehr, man schmeckt auch eine Prise „Selbstironie“ heraus, AND ONE schaffen es halt immer wieder, sich selbst auf den Arm zu nehmen.

Wenn man Fan ist und sich durch Kleinigkeiten um den Finger wickeln lassen kann, dann ist man mit diesem Produkt sicher hochzufrieden, ich bin es jedenfalls und muss es in gewissem Sinne fast „zähneknirschend“ zugeben. Der Exil-Iraner hat es wieder geschafft, meine Faszination zu wecken, obwohl man doch genau weiß, dass es sich im Grunde um alte Kamellen handelt, aber vielleicht macht genau dies den Mythos AND ONE aus.

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